Cailín na Gailimhe

Thema Sprache. Wir in Österreich und mehr noch die Nachbarn in Deutschland sind da ja nicht so bevorteilt. Weil Deutsch, halbwegs korrekt gesprochen, ein ernüchterndes Stakkato von aneinander gereihten Blafflauten ist.

Man muss es schon sehr, sehr gut können, um zumindest ein wenig schmeichelnde Melodik in das roh Gehämmerte zu bringen. Rilke geht gut, auch Goethe, Jandl ist zumindest originell. Aber sonst? Hauptsächlich ist Deutsch nämlich ein Elephant im Porzellanladen. In der Schweiz: mehr ein Emmentaler.

Französisch und Italienisch werden meiner Ansicht nach in Bezug auf Schönheit überschätzt, da macht wirklich der Ton den Hauptteil der Musik. Niedergeschriebenes Italienisch oder Französisch verliert bereits den Großteil vom Charme der gesprochenen Sprache.

Spanisch ist ein Maschinengewehr, Portugiesisch hingegen hat was: Es schmiert zwar ein wenig dahin, steckt aber voller Überraschungen.

Am stärksten unterschätzt meiner Meinung nach: Englisch. Im fortgeschrittenen Könnerstadium voll unglaublicher Rhythmen, perfekter Laute, wunderbarer Klänge. Haben Sie schon einmal einen vorzüglich artikulierenden Schauspieler englische Lyrik rezitieren gehört? Oder Gedichte von William Butler Yeats, Edgar Alan Poe gelesen?

Ein Tipp für alle, die reinschnuppern wollen: Ziehen Sie sich einfach, im Ernst jetzt, ein paar Star-Trek-Folgen der Next Generation im Originalton rein. Der glatzköpfige Captain der Enterprise D, Patrick Stewart, ist eigentlich Shakespeare-Darsteller. Wenn er in harschen Situationen seine Befehle im schönsten Bühnenenglisch gibt: ein akustischer Genuss. Off Broadway habe ich den Mann vor ein paar Jahren einmal live auf der Bühne erlebt, hallelujah.

Warum ich auf all das komme? Habe mich heute an den Blog-Eintrag vom 26. November (http://klauspuchleitner.twoday.net/20101126/) erinnert (das Video zum Song ist wirklich cool – Location ist übrigens Dolans Warehouse, Limerick) und im Stau des Grazer Schneechaos heute im Auto laut wie nie „Galway Girl“ mitgesungen. Mehrmals.

Und das gibt´s auch auf Irisch: Cailín na Gailimhe. Also schließt sich der Sprachkreis zum Thema für den Textblog.

Denn die schönste Sprache der Welt: Irisch. Hart und zart zugleich, unglaublich schwer zu lernen und noch schwerer auszusprechen. Ich wollte, ich könnte sie.

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