Am Postamt meines Misstrauens

Neuer Besuch am Postamt meines Misstrauens, diesmal steht nicht die stupide Tante aus dem Blog vom 24. November hinter dem Schalter, sondern ein freundlicher Onkel, ein wenig eselhaft im Auftreten aber auch er.

Natürlich hätte ich ihm beim Administrieren von gleich zwei einander ergänzenden Nachsendeaufträgen mit sachdienlichen Hinweisen behilflich sein können, weiß jedoch: Die von der Post lässt du am besten werkeln wie sie sich das selbst vorstellen, gut gemeinte Einmischung führt nämlich bald einmal zum totalen Systemabsturz im Postler-Hirn. Das hilft dann keinem weiter.

Also buchstabierte ich brav, als er mich (ehrlich!) fragte, wie genau man das Wort „Straße“ schreibt (geniale Begründung: Ich bin nämlich nicht von hier). Zwar wollte ich schon antworten: wie überall sonst im Land auch – allein: Systemabsturzgefahr, siehe oben, also lieber nicht. Dann stoppte er beim Tippen, hielt sein Ohr tatsächlich an den Bildschirm, um mit zufriedenem Brummen festzustellen: ah ja, er geht eh – und weiterzuschreiben. Bitte glauben Sie nicht, das ist ein Gschichtl – so etwas könnte ich beim besten Willen nicht erfinden.

Unsere Post ist halt einfach unsere Post. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Dass diejenigen aus dem gut ausgestatteten Fundus skurriler Post-Mitarbeiter, die selbst dort keiner brauchen konnte, inzwischen zur Polizei in den Kanzleidienst abgeschoben wurden, macht mir ein wenig Angst.

P.S. Kosten für die beiden Nachsendeaufträge für jeweils sechs Monate: knapp 160 Euro. Bistdunarrisch, is des teuer!, staunte selbst Onkel Donkey entgeistert. Das ist natürlich auch Post – in jedem Unternehmen der Privatwirtschaft fliegst du, wenn du als Mitarbeiter einem Kunden gegenüber staunend anmerkst, wie unmenschlich teuer die Dienstleistungen deines Arbeitgebers sind. Bei der Post kriegst du höchstens irgendeine Zulage für nicht vom Kollektivvertrag abgedecktes Entsetzen im Dienst.

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3 Gedanken zu “Am Postamt meines Misstrauens

  1. 'Mal abgesehen davon, daß ich das betreffende Postamt natürlich weder kenne noch kennenlernen werde finde ich die – sehr menschliche – Reaktion des Postmitarbeitenden eher positiv:Zeigt sie doch, daß er noch ein Gefühl dafür hat wo die Schamgrenze beim Abzocken der Kundschaft liegen sollte ….Ich hatte jüngst eine ähnliche Reaktion bei einem Päckchen nach U.S.A.. – da war der Preis für einen Luftpostversand €42,- (!) – was den Wert um das Doppelte übertraf. Geschickt habe ich es nur weil der Empfänger sich so sehr über "deutsche Schokolade" freut und knapp an achtzig Jahre alt ist …. und nur mit dieser Versandart war sichergestellt, daß das Päckchen nicht verloren geht [wie ein früher abgeschicktes, das den Empfänger nie erreicht hat].Wir haben kürzlich für einen einjährigen Nachsendeauftrag (für vier Familienmitglieder) €25,- bezahlt – alle Sendungsarten eingeschlossen. Das fand ich schon heftig, zumal es vor Jahren (bevor sich die Post/DHL auf das US-Abenteuer ein- und kräftig Federn gelassen hatte ….) noch kostenfrei war ….

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