Post und Chef-Postlerin

Wirklich immer ein Erlebnis: Postämter besuchen. Heute schon wieder, diesmal am Bahnhof, weil man ja nicht annehmen darf, dass am letzten Arbeitstag des Jahres normale Postämter wie meines am frühen Nachmittag geöffnet haben.

Dementsprechend: lange Schlange vor einem einzigen in Betrieb befindlichen Schalter. Zwar haben gleich vier Postler erkennbar Dienst, arbeiten tut jedoch von denen nur einer. Ein zweiter sitzt hinter einem Schalter-geschlossen-Schild und überprüft seine Lottoscheine. Das ist zwei Tage vor der Ziehung recht originell, aber wir wollen nicht so genau sein. Die restlichen zwei lehnen gelangweilt an einer Wand, einer beobachtet interessiert die vielen wartenden Kunden, der andere starrt versonnen ins Leere. Post eben.

Habe vor einigen Tagen unsere alleroberste Postlerin, die Infrastrukturministerin, im TV gesehen, sie bemühte sich redlich, mehrere Wörter zu einem sinnvollen Satz zusammenzubauen. Ist ihr nicht gelungen. Muss es aber auch nicht, denn als ausgebildete Zahnarzthelferin kannst du vermutlich zwar am Praxisempfang halbwegs unkomplizierte Telefonanlagen bedienen und Zahnbürsten richtig über Gebisse führen, aber rethorisch musst du nicht top sein. Und komplexe Großunternehmen in Staatsbesitz auf Vordermann bringen können auch nicht.

Darum funktionieren Bahn und Post eben so, wie sie funktionieren – nicht richtig nämlich. Wirklich gut können die nur Geld verbrennen und da trägt Frau Bures mit ihrem Ministerinnen-Gehalt, das in ihrem Fall zu unrecht Lichtjahre über dem einer Zahnarzt-Sekretärin liegt, sehr wohl ihr Schärflein bei.

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Ein Gedanke zu “Post und Chef-Postlerin

  1. Häufig schon habe ich mich mit ungläubigem Staunen gefragt wie es möglich ist, daß solche Menschen solche Posten auszufüllen versuchen – sie müßten doch selbst erkennen, wie sehr sie sich damit überfordern, weil sie allenfalls für "Pöstchen" qualifiziert sind ….Andererseits werden z.B. von Praktikanten (ohne jede Bezahlung!) Spitzenzeugnisse und ein riesiges Bündel an Zusatzqualifikationen verlangt wenn sie sich bei eben diesen unqualifiziert geführten Unternehmen bewerben ….Das größte Übel ist die Parteienklüngelei:"Frue*er"™ sprach man von "Vetternwirtschaft". Heute nennt man das "networking". Ich nenne es: "Die unfähigen Parteisoldaten werden für ihr jahrelanges Wohlverhalten und die Bereitschaft sich stromlininienförmig machen zu lassen durch einen lukrativen Posten belohnt."Was uns fehlt ist eine Wegnahme der Partei(en)macht – das ist es nämlich, was Demokratie zerstört und die Wahlen zu einer Farce verkommen läßt …. Modelle gibt es genug. Nur sind die "Wahlschafe" immer noch in der Stimmung sich ihren Schlächtern auszuliefern anstatt sie aus den Ämtern zu jagen.

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