Days like this

Hast du nicht wirklich eine große Familie, ist dir um diese Jahreszeit ab und zu einmal langweilig. Da denkst du dann über verschiedene Dinge nach, zum Beispiel ich heute, nachdem mich gestern am Abend in einem Lokal ein wenig spätpuberträr eine Bekannte tatsächlich gefragt hatte, was mir denn so für Musik gefällt.

Also nun wieder einmal Persönliches und ich merke, ich bin da eher von der leiseren Sorte und vielleicht sogar ein bissl zu nah am Wasser gebaut, musiktechnisch betrachtet. Erlauben Sie mir daher heute, am Tag der Heiligen Drei Könige, ein wenig Kitsch. Sie müssen´s ja nicht lesen, wenn es Ihnen zu viel wird.

Wie nichts anderes in gleicher Weise mag ich, allein schon vom Text her und ausschließlich gesungen von Königin Sinéad, der Unvergleichlichen:

My Lagan Love

Dabei denke ich gerne an den letzten Mai, als ich in einem halbwegs kleinen Pott den Lagan entlang in den Belfast Lough hinein schipperte, vorbei an den Thompson Drydocks, wo sie vor beinahe 100 Jahren die Titanic mit ihren zwei Schwesterschiffen Olympic und Britannic zusammengeschraubt haben. Tolle Stadt übrigens, Belfast. Meine Nummer 2 ist

Kitty

aber nur, wenn der ewig besoffene Shane MacGowan es a capella in einer irischen Bar singt. Bist du da zufällig vor Ort: ein Glücksfall. Eine einzigartige Kombination aus dem Talent dieser zwei bemerkenswerten Musiker ist übrigens diese Version von

The song with no name

ebenfalls a capella und ebenfalls interpretiert von Sinéad O´Connor. Beim Hören denke ich immer an Christiane und für mich hat das dann was.

What a wonderful world

von Louis Armstrong können Sie gar nicht anders als kennen. Dass er auch eine geniale Version von

La vie en rose

hat, wissen Sie vielleicht ebenfalls. Weil ich ein Jugendlicher der ersten 1980er-Hälfte bin, komme ich außerdem nicht so ganz ohne die glitzernden Pseudo-Rocker von Duran Duran aus. Aus heutiger Sicht wirken die, schaut man ein Video an, zwar schon ein wenig lächerlich, Regisseur Russel Mulcahy hat damals ja auch den ersten Highlander-Film verbrochen. Aber ich finde

The wild boys

halt einfach ansatzweise cool. So sind wir Mittvierziger, ein bissl verstaubt, und fetzig ist für uns das, was heute junge Menschen Gähnen macht, im besten Fall.

Wirklich gut hingegen und für alle Alters- und sonstigen Gruppen vermutlich beschwingend ist die schöne Sharon Shannon in ihrer Western-Unterwäsche, wenn sie mit Trad-Rocker Mundy auf der Ziehharmonika das hippe

Galway Girl

intoniert. Live und begleitet von 20jährigen genauso wie von 50jährigen Menschen, die alle voll gut drauf sind. Da schwingst du bald einmal via YouTube die Hufe mit. Ganz anders, aber noch viel irischer, ist das versponnene

Mná na h Eireann

Machen Sie sich nichts draus, wenn Sie kein Wort verstehen. Natürlich handelt es sich noch einmal um Königin Sinéad mit ihrer Stimme eines Engels, die alles so singen kann, wie es sonst niemand singen kann. Auch Jazz, und wenn Sie das nicht glauben, hören Sie sich bloß ihre Version von

You do something to me

an. Aber eigentlich mag ich ja Klaviermusik von Bach und ab und zu höre ich mir auch Luciano Pavarotti mit seinem

Nessun Dorma

aus Turandot an und finde das gut. Kultig wird es erst, wenn Sie sich dazu die Opern-Szene aus „Der Pate III“ vorstellen, in der die guten Bösen Al Pacino und Andy Garcia beginnen, so richtig aufzuräumen mit den bösen Bösen.

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