Die strenge Kammer

Höchste Zeit, etwas für Gesundheit und Fitness zu tun, denke ich mir schon seit längerem. Weil ich Laufen, Radfahren und die unsäglichen Fitness-Center-Muckibuden hasse wie die Pest, ist das nicht leicht. Schön öfters habe ich Kieser-Training empfohlen bekommen, also heute Anruf am Grazer Standort.

Sie sind echt freundlich dort. Aber auch sehr, wie soll ich sagen: bestimmt. Was mir der höfliche Mitarbeiter am Telefon erzählt, klingt fast ein wenig nach Gesundheits-Stalinismus.

Man schließt einen Jahresvertrag ab, der unbeschränkten Zugang zu allen Einrichtungen erlaubt. Aber wenn wir bemerken, dass Sie über einen längeren Zeitraum öfter als zweimal in der Woche kommen, dann werden wir Sie allerdings sehr wohl darauf ansprechen, sagt der Mann mit einem gewissen warnenden Unterton.

Klingt für mich dem Verständnis nach ungefähr so: Trainieren Sie gefälligst in einer Menge und Weise, wie wir das wollen, denn wir sind die Experten. Wenn nicht, werden Sie sich dafür zu rechtfertigen haben.

Jetzt bin ich aber ein mündiger Bürger, schon seit vielen Jahren erwachsen und an sich nicht besonders unvernünftig. Wenn mir ein Fitness-Fachmann daher erklärt, was ich am besten wie, wann und wie oft für meine Gesundheit tun sollte, halte ich mich eher schon daran. Ganz ohne Zwang, ich bin ja nicht mein eigener Feind. Aber wenn die guten Ratschläge bereits beim ersten telefonischen Informationsgespräch verdächtig nach Vorschrift klingen (inklusive zarter Ankündigung, dass bei Nichteinhalten per ernstem Gespräch nachgeholfen werden wird): nicht mit mir.

Ich war nämlich schon beim Bundesheer und will keinen, der mir vorschreibt, wann ich wo welchen Klimmzug wie und wie oft zu tun oder zu unterlassen habe. Eine echt blöde Geschichte, denn ich will ja wirklich was tun für Körper und Fitness. Aber bei Kieser klingt mir das einfach zu sehr nach strenger Kammer. Was also jetzt?

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Ein Gedanke zu “Die strenge Kammer

  1. Ja, es stimmt, wir sprechen unsere Kunden darauf an, wenn Sie (zu) oft trainieren. Denn grundsätzlich reichen 1bis 2 mal pro Woche Kieser Training in jedem Alter zum Aufbau und Erhaltung der Kraft. Falls man öfter trainieren möchte, ist zu berücksichtigen, dass Muskeln mindestens 48 Stunden Zeit zur Regeneration benötigen. Gönnt man ihnen diese Zeit nicht, wartet man nicht nur vergebens auf den gewünschten Trainingseffekt, es kann sogar zu Schädigungen kommen. Es spricht jedoch nichts dagegen, die Kieser Training-freien Tage etwa für ein Herz-Kreislauf-Training in der freien Natur zu nutzen.Der eigenverantwortliche Umgang unserer Kunden mit gesundheitsorientiertem Krafttraining ist uns ein großes Anliegen. Aber natürlich nur so lange es Sinn macht und nicht kontraproduktiv ist. Dann suchen wir das Gespräch mit dem Kunden. Doch das kommt nur in ganz wenigen Ausnahmefällen vor, weil wir jeden Kunden in einer vierstufigen Einführung praktisch und theoretisch ins Kieser Training einführen. Gerne auch Sie, Herr Puchleitner.Gernot SchieberGeschäftsleiter Kieser Training Graz

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