Die Früchte meiner Niederlagen

Fußballer halt. Der ÖFB-Präsident sagt in einem Interview Bemerkenswertes: Man muss auch bereit sein, die Früchte seiner Niederlagen zu tragen.

Jetzt könnte es sich zwar durchaus um eine Fehlinterpretation des Redakteurs handeln – aber ich nehme an, dass auch die Kleine Zeitung ihre größeren Interviews autorisieren lässt, bevor man sie druckt. Also. Ich glaube: Diesen Satz versteht keiner. Die Früchte von Niederlagen? Man muss bereit sein, sie zu tragen? Kann es sein, dass der energiegeladene Fußballbund- und Energie-AG-Chef Windtner ab und zu doch ein wenig zu sehr unter Strom steht?

Jedenfalls nehme ich mir so eine Lebensweisheit natürlich zu Herzen, schließlich akquiriert ein kluger Mann für die Alltagsbewältigung jede Hilfe, die er kriegen kann. Erinnere mich auch noch gut an längst Vergangenes, als ich ein Print-Golfmagazin herausgab und eine Anzeigenkundin nach Veröffentlichung eines Inserates einfach nicht gezahlt hat. Die hat das vor Gericht so geschickt hingedreht, dass der Fall glatt verloren ging – und viele tausend Euro Verfahrenskosten den Bach runter. Ich habe an den Früchten dieser Niederlage durchaus ein paar Monate lang getragen und mich einigermaßen geärgert. Mit dem Windtner-Wissen von heute hätte ich das finanzielle Rucksackerl damals jedoch mit Freude geschleppt und mich beim Universum bedankt, dass es mich wieder mit einer neuen Erfahrung ausgestattet hat.

Oder vor einiger Zeit erst, als mich die schöne Ella bereits im Ansatz meiner ersten vorsichtigen Bemühungen um sie recht klar erkennen ließ, dass ihr das nicht so taugt. Hat mir vermutlich weiteren emotionalen Aufwand erspart – also wenn das nicht Früchte einer Niederlage sind, was dann! Danke Leo Windtner. Und auch Fußballteamchef Constantini könnte schon bald in die komfortable Lage versetzt sein, die Früchte seiner Niederlagen tragen zu dürfen. Wenn sich Österreichs Kicker heuer nach der einen oder anderen Klatsche aus der EM-Qualifikation verabschiedet haben werden, hat er sicher wieder viel Freizeit. Weil er dann, kaum wage ich´s zu hoffen, seinen Job los ist.

„Klatsche“ übrigens: Sorry, liebe Landsleute, für diesen Ausdruck made in Germany. Aber es gibt hier im Textblog ziemlich viele Zugriffe aus unserem Nachbarland, also will ich die geneigten deutschen Leser, die mir höchst willkommen sind, gerne mit ein wenig Service hofieren. Wir hier in den Alpen täten natürlich sagen: nooch a poar gwoltign Schraufn.

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