Mir kommt kein Flaggenmast ins Haus

Die Firma „engine100“ meldet sich und schickt mir zwei Blätter mit tollen Angeboten. Gott sei Dank tut sie das per Telefax und um drei Uhr morgens. Sonst hätte es glatt sein können, dass die Kunstpflanzen, Nass-Sauger, Hartschalenkoffer und Schuhputzmaschinen oder Stromgeneratoren, die engine100 mir andienen möchte, meiner Aufmerksamkeit entgangen wären.

Aber wenn du friedlich mit einer schweren Virusgrippe im Bett schlummerst und mitten in der Nacht fängt das Fax ohne Ende zu piepen an, dann fällt dir das schon auf. Ich weiß zwar weder mit Kunstpflanzen noch mit Schuhputzmaschinen oder Nass-Saugern etwas anzufangen (bei letzteren habe ich nicht einmal eine Ahnung, was das ist).

Aber es gibt zu jeder Bestellung einen mehr als sechs Meter langen Flaggenmast samt Deutschland-Flagge kostenlos dazu! Das ist natürlich schon sehr super, vor allem wenn man wie ich in einer Wohnung in Österreich lebt.

Manchmal habe ich den Eindruck, diese ganze Marketing-Maschinerie, die vor 15 Jahren mit der Internet- und Telekom-Blase so richtig loszurollen begonnen hat, ist inzwischen komplett außer Rand und Band geraten. Nichts mehr geht ohne Bons, Sticker, Gutscheine, Super-Sales, Aktionen, Zugaben, Gewinnspiele und so weiter – und all das strömt per TV, Web, eMail, Post und eben auch Fax auf uns ein.

Was in aller Welt bringt aber jetzt eine Vertriebsfirma dazu, einem Privathaushalt in einer Stadt ernsthaft Stromgeneratoren und überdimensionale Flaggenmaste anzubieten? Wo wird das enden? Und kann man etwas dagegen unternehmen?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s