Der Wunsch des freundlichen Arabers

Gerade eine super Anfrage: Ein freundlicher Araber (zumindest klang es danach, man kennt die Phonetik derzeit ja aus dem Fernsehen recht gut) ruft an und fragt in maximal gebrochenem Deutsch, wie das mit dem Verfassen einer Magister-Arbeit für ihn wäre. Ganz offen und direkt, einfach so. Und das zu Guttenberg-Zeiten, unglaublich.

Mache ich natürlich nicht, sage ich ihm, aus vielerlei Gründen. Hauptsächlich jedoch, weil das illegal ist. Schwer enttäuscht legt der Mann wieder auf. Der hat das mit dem Ghostwriting wirklich komplett missverstanden.

Frage mich jetzt: Was war das gerade eben, hat da wirklich einer angerufen und wollte mich beauftragen, seine Diplomarbeit für ihn zu schreiben? Kann es sein, dass es ein Fake-Anruf der Plagiatsjäger war? Eine subversive Aktion der Wir-wollen-Guttenberg-zurück-Gruppe auf Facebook? Unser EU-Kommissar mit verstellter Stimme und Diktion, der einfach nur schauen wollte, was geht?

Oder gar Guttenberg himself, der es nach dem verlorenen Doktor-Titel noch einmal frisch angehen möchte? Dem würde ich ja empfehlen, sich einfach irgendwo an einer Uni aus dem karibischen oder kasachischen Raum (die machen so etwas sicher unkompliziert und gerne) um einen Dr. h.c. zu bemühen. Und cool zu behaupten, h.c. steht, wie das ein deutsches Qualitätsblatt vorschlägt, für „has copied“.

Aber was sollten die alle ausgerechnet von mir wollen, der ich seinerzeit nicht einmal meine eigene Publizistik-Diplomarbeit fertiggemacht habe?

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