Mücken und andere Tücken

Erlebnisse beim Schreiben über Golf:

Natürlich könnte es immer mehr sein, aber als Golfjournalist bist du halbwegs fleißig unterwegs. Schließlich wollen so viele Betreiber besserer und nur fast so guter Hotels, feinerer und nicht so toller Golfplätze, ihre Schätze herzeigen… Sie alle hoffen, dass du dann enthusiastisch darüber schreibst, und karren dich unter oft gar nicht so geringem Aufwand an den jeweiligen Ort des Geschehens.

Das ist an sich kein schlechtes Leben, ich mag es. Vor allem die Schrulligkeiten, die dabei ab und zu den Weg in der Fremde säumen.

Zum Beispiel Busfahrer Martin, dear old Ireland: Voller Stolz behauptete er, absoluter Transportprofi zu sein und beim Autofahren nie, absolut nie, also wirklich zu keiner Zeit und unter keinen Umständen, never ever, auch nur einen Tropfen Alkohol zu konsumieren. Ein paar Whiskey vielleicht, schränkte er im Nachsatz ein, das schon, aber Alkohol beim Fahren? Auf keinen Fall, I am a driver and not a drinker!

Ehrlich, ich mochte diesen Mann – war aber doch froh, als ich am Dubliner Airport unversehrt aus dem Van raus konnte.

Oder Djerba, tunesische Ferieninsel: Ich spielte mich mit einigen Kollegen gerade engagiert das Meerufer entlang, als uns plötzlich kollektiv schwarz vor Augen wurde. Cart, Bag, Kleidung: alles schwarz. Milliarden von Mücken (und wenn ich Milliarden sage, meine ich Myriaden) hatten sich von einer Minute auf die andere auf allem niedergelassen, was da war. Manchmal kommt der Helikopter mit den bösen Spritzmitteln zu spät und dann erwischt es ein paar arme Schweine mitten am Fairway…

Eine Kollegin erzählte am nächsten Morgen schwer geschockt von den vielen kleinen schwarzen Punkterln, die sie sich abends aus den Haaren duschte.

Unvergessen auch der exemplarisch chaotische Flughafen in Saloniki mit all seinen Tücken, an welchem uns das viel zu lässige Personal in den Flieger nach München einsteigen ließ, der dann ganz woanders hinflog, weil man bei der Beschilderung die Gates verwechselt hatte. Gott sei Dank sind sie unmittelbar vor mir draufgekommen. Aber wer weiß, wo die vielen bereits in die Maschine geschickten und auch nicht mehr heraus geholten Passagiere gelandet sind.

Bild: Düthorn

Für mich persönlich jedoch größter Bringer: das Castle Leslie in Nordirland. Das schrullige Schlosshotel verwöhnt seine Gäste mit seltsamer Einrichtung. Zum Beispiel einem noblen, riesigen Thron aus Samt, Seide und Holzvertäfelungen im Badezimmer, der sich bei näherer Betrachtung als Plumpsklo herausstellte (im Bild, dankenswerterweise für mich geschossen von einem Kollegen made in Germany, erkennbar an der Rolle WC-Papier links unten).

Und mit dem Schlossherrn, einem Lustbarkeiten liebenden legeren Lord tief in seinen Neunzigern, nach wie vor Fan von Tanzveranstaltungen. Der Pressechef von Tourism Ireland weiß eine Schrulle zu erzählen: Da fand sich der Greis, von einer feucht-fröhlichen Vergnügung frisch-fidel heimgekehrt, irrtümlich im falschen Zimmer wieder, im Bett eines weiblichen Gastes.

Die Dame war: not amused.

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