Worte finden

Hab´s ja schon im Blog vom 31. Jänner vorausgesagt, es werden Klatschen kommen.

Die erste ist da, ein wirklich erschreckendes 0:2 gegen einigermaßen harmlose Belgier. Die Kronen Zeitung legt dazu Christian Fuchs, Linksverteidiger der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft und vermutlich noch einer der intelligenteren Menschen in diesem Team der Bescheidenen, folgende Worte in den Mund:

Es war richtig gut angerichtet, aber wir haben um den heißen Brei herumgespielt.

Hoppla, das ist aber ein bissl daneben gegangen, Kochkurs ist woanders. Kein Wunder, dass diese Jungs mit dem Durchblick in einem Spiel heillos überfordert sind, bei dem gleichzeitig 22 Menschen um eine runde und daher schon aus Prinzip flüchtige Kugel agieren. Bei jedem Inteview mit einem unserer Teamkicker ist man versucht zu denken, selbst das Zurechtfinden in der eigenen Wohnung müsste den jungen Herren bereits gewisse Probleme bereiten. Wie sollen die dann erst auf einem so großen Platz wie einem Fußballfeld…

Das Finden der richtigen Worte nach einer Niederlage (Siege gibt´s eh kaum) ist ihre Sache jedenfalls nicht so sehr. Dabei wäre das nach einem Spiel wie jenem vom vergangenen Freitag gar nicht so schwer.

Einer könnte zum Beispiel einfach sagen: Wir waren sauschlecht. Ein anderer: Wir hatten keine Chance. Ein dritter: kein System, kein Konzept, keine Idee, überhaupt null.

Arnautovic, personifizierte Verhöhnung aller, die nicht er sind, könnte sagen: Ich bin Gott und habe aus Protest schlecht gespielt, weil die anderen 24 Mann am Platz sowie der Trainer mir nicht auf eine Weise die Füße küssen wollten, wie meine Familie und ich glauben, dass ich es verdiene.

Trainer, gutes Stichwort: Ich bin ziemlich sicher, die Misere der österreichischen Kickerei liegt daran, dass unsere Mannschaft (anders als fast alle anderen der Welt), keinen Teamchef hat, der von Beruf Fußballtrainer ist. Unser alpines Coach-Grinsoid lebte bisher ja hauptsächlich davon, Nachwuchs-Kicker-Camps zu veranstalten, ist also eine Art ballesterischer Eventmanager für Kinder. Dass sowas für eine EM-Qualifikation in der Welt der Erwachsenen nicht reichen kann, liegt auf der Hand.

Jedenfalls: Ich habe vergangenen Freitag via TV zugesehen und bis auf die vorangehenden Sätze fehlen mir echt die Worte.

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