Zu Hause, in der dritten Liga

Heute einmal Profigolf als Thema, weil ich gestern ziemlich erstaunt war: Unglaublich, wie Niveau und Dichte auf der Alps Tour gestiegen sind. Da führst du, so wie Roland Steiner am Finaltag der Gösser Open, am Start mit -10, spielst deine Schlussrunde 7 unter – und wirst trotzdem nur Zweiter. Europas dritte Liga für die nur fast so Guten, mehr war die Alps Tour bisher nicht, schickt sich doch noch an, ernsthaftes Golf zu produzieren.

War jedenfalls sehenswert, was Steiner auf den Back Nine des Kurses im steirischen Maria Lanokwitz auf die Fairways zauberte: Er ist ja einer der vielen steckengebliebenen heimischen Nachwuchsgolfer – lokal hofiert und mit Lorbeeren überhäuft, international einigermaßen im Nirwana abschlagend. Aber am Bergwerksplatz bei Köflach zauberte er gestern einen durchaus beeindruckenden Birdierun von Bahn 13 bis einschließlich 16 hin – und die 17 und 18 schloss er jeweils ein wenig vom Pech verfolgt mit Par ab. Dass es um einen Schlag nicht reichte, war lediglich einer Platzrekordrunde des Schotten Scott Henry zu verdanken.

Auf der 17 toller Steiner-Teeshot einen Meter zum Stock, aber der Putt fiel nicht. Am Schlussloch dann ein perfekter Drive, wunderschöner Fade über locker 320 Meter (für alle nicht-Golfer: das ist wirklich sehr lang, vor allem für einen Fade, die fliegen für gewöhnlich ein bissl kürzer als Draws oder gerade Schläge). Dann ein leider nur durchschnittlicher Pitch, der Roland einen Fünfmeterputt über eine Welle ließ. Der blieb 20 cm zu kurz, das war´s dann.

Seit die Engländer, Schotten, Iren und Nordiren die Alps Tour als billige Qualifikationschance für die beiden Topligen Europas entdeckt haben und zahlreich mittun, ist die Performance dieser zuvor doch ein wenig lächerlichen Turnierserie deutlich gestiegen. Noch vor ein paar Jahren konntest du auf der Alps Tour als durchschnittlicher Teaching Pro locker irgendwie mitspielen und ein paar Euro Preisgeld abstauben. Auf diese Weise haben sich viele der jungen Österreicher stolz ihren Profigolfer-Status übergestülpt und erhalten. Irgendwie so ist sich´s halt auf der Alps Tour immer ausgegangen – und vor oder nach den Runden konnte man fein im Clubhaus gesellig pokern oder schnapsen, statt auf die Range zu gehen, zum Trainieren.

Jetzt funktioniert das nicht mehr, denn mit den guten Nachwuschsleuten von den britischen Inseln hat ein frischer Wind Einzug gehalten, der doch ein wenig Wettbewerbsdruck ins lustige österreichische Drittliga-Profitreiben brachte. War eh längst überfällig – schön, dass wir mit Roland Steiner einen haben, der doch mithalten kann. Martin Wiegele übrigens, immerhin European-Tour-Spieler, kam nicht unter die Top-Ten. Soviel zum Thema Niveau.

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