Die erotische Dimension

Kürzlich erst, am Weg zum Arbeiten, Recherchetermin bei der kuriosen Weltmaschine, wieder einmal ein schönes Erlebnis mit unserer lieben Polizei:

Wissen´S eih, waroum i Se aufghoulten houb?, beginnt die junge beamtete Dame das Gespräch mit einer klassischen Eröffnung aus dem Handbuch, wie Amtshandlungen am Bürger abzuführen sind. Nein, antworte ich, ich bin aber zuversichtlich, dass Sie mir das gleich sagen werden.

Nicht gut natürlich. Im Dialog mit österreichischen Ordnungshütern bist du lieber ganz brav und fügsam, hältst dich rhetorisch an die Mindestanforderungen. Auf keinen Fall sprachliche Extrawürschtln, das geht eher über den Horizont der Herren und seit einigen Jahren auch Damen, welcher vom Stirnschirm (cooles Wort, übrigens) des Amtskappls ohnehin schon recht eingeschränkt ist.

Es wird Sie also nicht wundern, wenn ich Ihnen erzähle, dass die an sich einfache Angelegenheit (ich bin zu schnell gefahren, tatsächlich, es hatte also eigentlich eh alles seine Ordnung) von Anfang an auf schiefer Ebene in Richtung Eskalation dahin rutschte. Aber ich bin halt irgendwie allergisch gegen Uniformträger am Straßenrand und sonstwo und hab mich da verbal nicht immer im Griff – nütze also gerne die Wuchtln, die Herr und Frau Polizist in ihrer intellektuellen Hilflosigkeit regelmäßig auflegen.

Jedenfalls, die Dame von der Verkehrskontrolle kassierte daraufhin nicht, sondern machte eine Anzeige. Und während ich mir das alles aufschreib, schnarrte sie (plötzlich halbwegs in Hochdeutsch, es war ja inzwischen Schluss mit lustig), können´s mir gleich Warnweste, Verbandszeug und Pannendreieck zeigen. Jetzt kann ich aber, wenn´s drauf ankommt, formal auch ganz trocken und korrekt vorgehen, also fragte ich boshaft der guten Ordnung halber und damit alles klar ist: Kann ich oder muss ich?

Das hat die Amtshandung irgendwie nicht vereinfacht. Und mir wurde rasch klar: Ab jetzt bist du besser ruhig, sagst brav ja und nein (eher ja), wenn sie was fragt, sonst endet das noch im Knast…

Ist letzten Endes doch gut ausgegangen, aber warten wir einmal die Höhe der Strafe ab, die wohl bald ins Postkastl trudeln wird. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier jetzt wiederhole (wir hatten das vor einigen Monaten bereits einmal): Ich finde es super, dass seit einigen Jahren auch weibliche Polizisten Dienst tun.

Da hat das Wort „Bullenarsch“ nun glatt eine erotische Dimension bekommen.

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