Chinesisches Gebein

Man kann das doch nicht machen, ohne die Behörden oder die Eigentümer der Häuser zu fragen, echauffiert sich der Hallstätter Bürgermeister. Was ist geschehen? Nun, allem Anschein nach wollen die Chinesen sein Dörflein naturgetreu und detailverliebt nachbauen, akkurat, eins zu eins. Und wie es aussieht sogar inklusive See. In irgend einer Provinz.

Nicht ganz klar geht aus der ORF-Meldung hervor, was den Ortskaiser nun so aufregt – der Nachbau oder dass er ohne Rückfrage bei der Behörde vonstatten geht. Darf´s in Österreich so etwas geben? Jemand tut etwas, ohne die Genehmigung der Behörde einzuholen! Am besten, der kriegt zur Strafe ein ganzes Monat lang kein Wiener Schnitzel mehr serviert. Was den Chinesen wohl ziemlich egal sein wird, die essen ohnehin was anderes. Und wenn sie Appetit auf Wiener Schnitzel verspüren, kopieren sie sich einfach eines und bauen´s nach…

Ich glaube ja, der Hallstätter Chefbürger hat schlicht und einfach Unrecht. Man kann nämlich sehr wohl. Gegfragt werden müsste meiner Ansicht nach allenfalls der Architekt – und auch das nur, wenn das kopierte Haus architektonisch deutlich aus dem Rahmen fällt, also urheberrechtlich relevant ist, eine so genannte „eigentümliche geistige Schöpfung“. Die Meinung des Bürgermeisters zur Sache – und vermutlich auch der Besitzer der Häuser – dürfte juristisch ziemlich nebensächlich sein. Aber was soll das arme Hallstätter Oberwürstel schon sagen, wenn so etwas bekannt wird – der will ja wiedergewählt werden, also muss er sich wohl ordentlich aufregen.

Interessant übrigens, wie die Chinesen, sollten sie wirklich originalgetreu bis ins Detail kopieren, was ihnen durchaus zuzutrauen ist, mit dem Inhalt des Beinhauses verfahren… Vielleicht lassen sich ja die Überbleibsel einiger Regimekritiker, die im Verborgenen und ohne groß Wind darum zu machen ein bissl um´s Eck gebracht wurden, gut verwenden…

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