Zu dir, in da finstern Nocht

Irgendwie fühle ich mich diese Woche solidarisch mit Daniel Käfer.

Den kennen Sie nicht? Das ist der Protagonist in Alfred Komareks Salzkammergut-Krimis: Immer wieder verlässt der Journalist seine Hamburger Redaktionsstube, um im Ausseerland Kraft zu tanken und nebenbei Kriminalfälle zu lösen. Er mag Land und Leute. Eigentlich ist Käfer Grazer, also: alles genauso, wie sich´s gehört.

Fühle mich dem Ausseerland, dieser durchaus ein bissl wunderlichen Gegend zwischen Pötschenpass und Grimming, verbunden – genau wie der fiktive Kollege. Die Menschen dort sind anders, und zwar nicht auf die schlechte Tour. Ich weiß das, immerhin war ich einmal mit einer Ausseerin zusammen, einer ganz lieben. Ich war sehr gern bei ihr, bei Tag wie bei Nacht. Käfer hat dort ebenfalls das eine oder andere Techtelmechtel hinter sich gebracht.

Für das Format recherchierte ich in den vergangenen Tagen eine kleine Geschichte über die tapfere Revolte der Einheimischen gegen das Böse in Graz und Wien, das ihnen ihr BA-Autokennzeichen wegnehmen will. Geht gar nicht – was Blöderes kannst du einem Ausseer nicht antun. Ich habe mit vielen telefoniert, freiwillig gibt sein „BA“ keiner her.

Alfred Komarek, der seine Geburtsstadt längst verlassen hat und mit W in Wien lebt, ließ mich per eMail wissen: Daniel Käfer wäre dieses Thema zwar ziemlich egal, jedoch hätte er wegen eben jener Einstellung bei seinen Ausseer Freunden vermutlich mit Missbilligung zu rechnen. Die Altausseerin Barbara Frischmuth, von mir ebenfalls befragt, hat auf das Thema null Bock: Da ich selbst nicht einmal einen Führerschein habe, kann ich mich auch nicht in den BA-LI Streit hineindenken, antwortete sie. Und Klaus Maria Brandauer, richtete dessen Schweizer Manager aus, wolle überhaupt in Ruhe gelassen werden, er sei bereits in die Ferien abgezischt – nach Altaussee.

Käfer jedenfalls geht es wie mir. Das BA-Thema lässt mich halbwegs kalt, meine Ausseer Freunde werden das nicht schätzen, wenn sie die Story im aktuellen Format (heute erschienen) lesen. Sie können das übrigens auch tun, einfach zum Kiosk gehen und…

Ich aber habe nach dieser Woche voller Ausseerland in meinem Kopf: richtig Sehnsucht bekommen. Und weiß, wohin ich am Wochenende zu fahren habe. Zur Einstimmung höre ich mir jetzt gleich einmal „Zu dir“ von“Irish Steirisch“ an – eine Band, cool wie nur was. Und sie kommen, wie könnte das anders sein: aus dem Ausseerland.

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