Hymnisch

Wir haben im aktuellen FORMAT auf der Politik-Starterseite eine Meldung zum Salzburger Hymnenstreit. Gerlinde Rogatsch, Studienkollegin von viel früher und heute ÖVP-Klubchefin im Landtag, ist eine der wenigen vernünftigen Politikerinnen in dieser Sache. Aber ausgehend von der Meldung, dachte ich mir, schaust dir so zum Spaß einfach noch ein paar National Anthems anderer Staaten an.

Gleich wieder kam mir dabei dieses geniale Fernsehbild von der Fußball-WM 1998 in den Kopf: Ivano Zamorano aus Chile, wie er als Boss seiner Mannschaft die ohnehin schon extrem feurige chilenische Hymne aus voller Überzeugung und Brust mitschmettert. Wahnsinn – der muss sein Land echt lieben… Dann damals Radikalschnitt und Radikalschritt (findet sich leider nicht auf YouTube): Unser aller Toni Polster schludert zur Bundeshymne. Wenn Sie den Toni, der sich insgesamt aber sowieso immer sehr bemüht (es tut halt jeder, wie er kann) schon einmal zu irgendwas irgendwas reden hören haben, wissen Sie: Naja, Sie wissen´s eh.

National Anthems sind überhaupt so eine Sache. Die österreichische Hymne: fad, traurig, tragikomischer Text, Pathos ohne Verve. Anders zum Beispiel die Franzosen, die Marseillaise ist zwar auch pathetischer als erlaubt, aber du kannst sie bald einmal mit Inbrunst mitsingen. Und überhaupt: je südlicher das Land, desto annehmbarer sind Musik und Gesamtauftritt seiner Hymne.

Überraschung, und bitte dichten Sie mir da jetzt nicht falsches Pathos an – seit die Amis ihren Commander in chief (der diesen informellen Titel womöglich ein wenig zu wörtlich interpretiert hat) gegen einen vernünftigen Menschen getauscht haben, kann man so etwas ja durchaus wieder sagen, yes we can: „The Star Spangled Banner“ ist nicht schlecht, der Text geht auf ein ganz ordentliches Gedichterl zurück und angeblich ist das Stück eine der am schwersten singbaren Landeshymnen überhaupt. Ich mag total die schöne Version von den Dixie Chicks.

Das bringt mich noch zu einem anderen Beispiel – weil´s nicht so oft vorkommt, dass ein und derselbe Künstler gleich hintereinander zwei National Anthems intoniert. Aber Alanis Morissette ist wohl Doppelstaatsbürgerin. Und „O Canada“ hat schon auch was – Englisch, Französisch und Inuit in einem Stück…

Die tollste, genialste und beste Landeshymne (als erfahrener Textblog-Leser ahnen Sie sicher, was jetzt kommt), ist jedoch selbstverständlich die irische – und zwar nicht die richtige (die ist eher nur fast so gut), sondern die heimliche: „Come to the bower“ heißt sie und ich höre mir immer wieder gerne die Version des ewig besoffnen Shane MacGowan mit seinen Pogues an.

Viel Vergnüben, wenn Sie den YouTube-Links folgen…

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