Arschlochauto

Ich weiß, dieser Titel ist schon ein bissl krass, aber wir sind ja im Internet und da geht man vielleicht hier und da ein wenig lockerer mit Worten um, die sowieso bereits in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten haben.

Jedenfalls: Kürzlich erzählte eine Kollegin vom neuen Fahrzeug, das ihr Freund und sie anzuschaffen im Begriff wären. Ein richtiges Arschlochauto, sagte sie, sei der Dreier-BMW.

Huch. Ich habe nämlich auch einen.

Und trau mich´s kaum zu flüstern: Ich bin nicht unzufrieden damit. Er ist schön schwarz und elegant, schaut trotzdem cool aus, versieht bis auf die eine oder andere Kleinigkeit seinen Dienst halbwegs komplikationslos (ich besaß davor wiederholt Alfas, da ist im Vergleich dazu bald einmal ein Auto zuverlässig), braucht wenig Sprit, ist technologisch auf der Höhe der Umweltstandards, und eigentlich überhaupt.

Frage also: Bin ich jetzt deswegen ein Arschloch?

Und war ich früher (Alfa) ein gefühlloser Macho? Davor (Jaguar) ein Snob? Was war ich während meiner Studentenzeit (Skoda, Ente) alles? Und war ich, als ich, frisch mit Matura und Führerschein ausgestattet, meinen Fiat Ritmo mit dem Riesen-Schriftzug „Crash“ auf der Motorhaube verunstaltete und ihn dann bei einem Frontalen auch tatsächlich crashte, ein Trottel?

Fragen über Fragen. Ich glaube ja, dass man vom Auto schon ein wenig auf den charakterlichen Zustand des Besitzers schließen kann – und es gibt mir deshalb sehr wohl zu denken, dass so viele Versicherungsvertreter und (politisch jetzt) Blaue und Orange BMW fahren. Ich trage mich aber eh mit dem Gedanken, den Schwarzen gegen einen – gebrauchten, ich bin ja neuerdings arm wie eine Kirchenmaus – SLK zu tauschen (Farbe: wurscht, eigentlich).

Was bin ich dann – alt?

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2 Gedanken zu “Arschlochauto

  1. …nein, nicht zwangsläufig. Alt, mein ich.Weil dann wäre das Wunschauto wohl kein SLK sondern ein GLK. Take it easy. Man hört ja, dass auch andere Alfisti zu Opelisten geworden sind. Aus Sachzwang, nicht, weil sie dran glauben, dass ein Opel glücklich(er) machen würde.Was ich mich jedoch frage: wie ist es tatsächlich möglich, dass es einen einzigen BMW gibt, der keine nennenswerten Probleme macht?Und als Empfehlung: fahr den BMW, bis er zusammenbricht. Was bzw. wer ein echter Blauer oder Oranger ist, der hat bis dahin schon längst die Marke gewechselt, und du kannst dich deiner charakterlichen Standfestigkeit rühmen. Denn grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass Hunde und Autos sehr viel über den Charakter aussagen. Zumindest, wenn man Hund und Automobil aus der Privatschatulle bezahlt…

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