Die strenge Kammer

Ich weiß, auch diesen Titel hatten wir bereits – aber in ganz anderem Zusammenhang. Einige Tage lang habe ich mich jetzt mit der Frage beschäftigt, warum in der Wirtschaftskammer niemand mit den sogenannten „Ein-Personen-Unternehmern“ (kurz: EPU) reden will.

Da gibt es ja diese Facebook-Gruppe und diverse andere Plattformen, die sich mit der einen oder anderen vermeintlichen oder tatsächlichen Ungerechtigkeit beschäftigen, der selbstständige Klein- und Kleinstverdiener im österreichischen Sozialversicherungssystem vermeintlich oder tatsächlich ausgesetzt sind. In der Kammer kümmere sich niemand ernsthaft darum, erzählte mir vor einer Woche Kabarettist Werner Brix, der sich von der Bühne an die Spitze der kleinen Protestbewegung verpflanzt hat.

Ich hab´s versucht – mit mir wollte in der WKO zuerst auch keiner reden, erst recht Kammer-Boss Leitl nicht. Hartnäckigkeit trug mir zunächst bloß eine Beschwerde des recht dünnhäutigen Kammer-Pressechefs beim CR ein. Zehn Jahre habe er Ruhe gegeben, monierte der wichtige Mann, aber jetzt müsse er schon zum Hörer greifen, denn eine derart tendenziöse Fragestellung des Redakteurs könne er sich einfach nicht gefallen lassen.

Ich hatte gefragt, warum die Kammer und ihr Präsident nicht mit den EPU-Vertretern sprechen – und ob Leitl in seiner Doppelfunktion als WKO-Präsident und Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft nicht einem gewissen Interessenkonflikt ausgesetzt sein könnte.

Jedenfalls rief dann Präsident Leitl einen Tag später doch an, um freundlichst Rede und Antwort zu stehen. Weiters ist die entsprechechende Geschichte erschienen, Beschwerde hin oder her – und natürlich alles andere als tendenziös. Sondern sehr ausgewogen, wie ich meine. Außerdem versicherte mir der Kammer-Chef am Ende des Telefonates glaubhaft, ab sofort mit den EPUs zu sprechen und auch deren Podiumsdiskussion nächste Woche die Ehre zu geben sowie mitzureden (im Publikum, nicht am Podium – nur damit da keine falschen Erwartungen gewckt werden).

Ist doch nicht schlecht, oder? Worum es in der ganzen Sache genau geht, können Sie im heute erschienenen FORMAT nachlesen – und sobald die Story auch online ist, poste ich hier gerne den Link.

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