Sonst rächt sich das Universum

Heute häufen sich die Beschwerden. Das neue Heft ist am Kiosk, und vor allem die Kämmerer scheinen mit der Story über ihr verpfuschtes Pensionssystem so gar keine rechte Freude zu haben.

Eine Landespräsidentin hat mich am Vormittag ziemlich lange ziemlich wütend telefonisch beschallt – und wohl auch einen ihrer Bundesländer-Kollegen, vom dem sie fälschlicherweise glaubte, er hätte mir Informationen gesteckt, die ihr nicht gefielen. Dass der dann natürlich auch ein wenig entgeistert nachfragte, was da jetzt genau los sei, kann ich verstehen.

Schließlich per eMail Leserbrief von einem Bundesheer-Oberst. Ich habe für unser „Bild der Woche“ jenes Foto ausgesucht, das mir schon im Blog vom Mittwoch so gut gefallen hat. Herr Oberst verweist in durchaus satirischem Tonfall (mag ich eh) darauf, dass unsere tapferen Streitkräfte neben dem Panzer mit kaputtem Scheinwerfer ja auch noch über Eurofighter, Black-Hawk-Helikoter und supertolle Panzer verfügen, wie auch die besten Armeen der Welt sie jeweils in Verwendung hätten.

Klar könnte man da anführen, dass zum Beispiel beim Eurofighter die Details die Musik machen: Unsere Version kann ja nicht einmal in der Nacht böse Feinde aufspüren, weil der – damals – neue Verteidigungsmini sich beim Sparen von den gewieften EADS-Managern das Nachtflugsystem wegverhandeln ließ. Auch, dass die Black-Hawks, wie das BH sie hat, nicht den kampfstarken Versionen der US-Armee entsprechen.

Und so weiter halt, aber ich werde dem Mann nicht zurückmailen. Ich konnte nämlich schon beim Präsenzdienst vor zwei oder drei Jahrzehnten nicht gut mit den grünen Schreihälsen, die sind einfach nicht mein Ding. Glaube heute noch, dass ich damals der meist und lautest angebrüllte Wehrmann der Kaserne war.

Inzwischen wüsste ich gut, wie ich mit all dem sinnlosen Militär-Geschrei umzugehen hätte, denn: Super Coverstory im Heft diese Woche, die Kollegin weiß Bescheid: Man soll Wasser nicht anschreien, sonst rächt sich das Universum. Der Mensch besteht zu 95 Prozent aus Wasser, würde ich einem brüllenden Offizier nun folgerichtig entgegnen, also schreien Sie mich gefälligst nicht so an, sonst vertschüsst sich Ihr Karma gleich einmal in den Keller.

Immerhin dann doch noch ein freundliches Telefonat: Top-Werber Grill, bekennender Ausseer, von dem ich für eine Geschichte nächste Woche eine Info brauche, kann sich noch an mich erinnern. Wir hatten letzten Juli das Vergnügen, als ich über den heroischen Kampf seiner Mitbürger gegen die böse steirische Landesregierung schrieb, die ihnen das lieb gewonnene BA-Autokennzeichen nehmen wollte.

Man hat sich erfolgreich gegen diese Gemeinheit gewehrt, ganz ohne Panzer, Black-Hawks oder Eurofighter, BA darf bleiben. Und ich hab mit meiner Geschichte mein winziges Schärflein dazu beigetragen, was mich freut. Ich kann gar nicht sagen wie sehr, weil: Seit ich zwei Jahre lang mit einer quasi-Ausseerin liiert und oft, oft vor Ort war, ist mir das Ausseerland fast so lieb wir Irland, the place my heart lies nearest. Danke Christiane, 05♥, für das und vieles andere.

Mehr dazu können Sie ja auch im Blogpost „Zu dir, in da finstern Nocht“ nachlesen.

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