Sie können es nicht

Das ist zwar eine frustrierende Feststellung, aber: Sie können es einfach nicht.

Gestern Telefonat mit dem Sprecher einer Ministerin – der erklärte mir sehr deutlich, warum man sich auf eine Diskussion seiner Mini mit dem Gründer einer der bekannten heimischen Protestbewegungen nicht einlassen werde, dem Mann keine Bühne bieten wolle und überhaupt mit niemandem spreche, dessen Ausbildung…

Gestern bekomme ich mit, dass ausgerechnet jener Abgeordnete (mit abgeschlossener Pflichtschule und sonst nix, das aber nur als Randbemerkung) neuer Bauernbundchef wird, der die meisten Nebengschafterln aller unserer Nationalratsabgeordneten angehäuft hat. Sind´s halt nun elf statt zehn, wird man sich wohl gedacht haben, was macht das schon.

Heute lese ich in den Medien: Ein ÖVP-Generalsekretär (die werden echt immer skurriler) schließt aus dem Bldungsvolksbegehren, dass die Ganztagesschule abgehakt werden kann. Die MeinOE-Herren werden immer öfter als schrullige Alte abqualifiziert, die niemand ernst zu nehmen hat. Hauptsächlich kommt das aus der schwarzen Reichshälfte, die sowieso nur mehr ein Viertel ist und in Richtung Fünftel geht sowie danach wohl zum Sechstel tendiert – und das völlig zu Recht. Aber die rote Fraktion, wo derselbe Prozess im Gang ist, nur halt ein kleines bisschen langsamer, agiert ähnlich desaströs.

Und so weiter. Die Politiker verstehen es einfach nicht, dass die Menschen im Land, die nachdenken, die Nase voll von dieser nun schon Jahre dauernden Ignoranz haben. Von der Schamlosigkeit, mit welcher sich in der Sache Unfähige und im Charakter Indiskutable an der Spitze der Nation durchs Land dilettieren und ihm das Fleisch abfaulen lassen.

Sie können es einfach nicht – die Sache ernst nehmen, verantwortungsvoll handeln, staatsmännisch denken, wahrscheinlich überhaupt: nachdenken. Und zum Beispiel auf die Idee kommen, dass es ein viel dramatischeres Alarmsignal ist, wenn 383.000 Angehörige der geistigen Elite eines Landes ein Volksbegehren unterschreiben, als wenn das zwei oder drei Millionen begeisterter Musikantenstadler tun.

Mittlerweile fürchte ich fast – es muss etwas Schreckliches passieren, damit wir und unsere Anführer wieder ins Lot kommen, als Gemeinde adäquat und prosperierend funktionieren.

Früher war so etwas meistens ein Krieg. Heutzutage könnte diese Funktion wohl auf internationaler Ebene eine noch nicht da gewesene ökonomische Krise ausüben, in der 2012 europaweit kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Immer mehr Fachleute nehmen so ein Szenario immer öfter und immer unverhohlener in den Mund. Unser kleines Österreich wird da dann sicher mit umgerührt und ordentlich durchfaschiert.

Außerdem steht uns ohnehin noch unser eigener Supergau bevor: die Nationalratswahl 2013. Nach der jene Partei, die es im Sinne der Anständigkeit am besten gar nicht gäbe, wegen der Dummheit und Verantwortungslosigkeit der anderen vier (Grüne eingeschlossen, sorry) die mit Abstand stärkste politische Kraft sein wird.

Am schlimmsten ist: Ich sehe nirgends in Österreich einen Menschen, der als integre, fähige, vertrauenerweckende, intelligente, bewährte und allgemein anerkannte Persönlichkeit einen Schritt nach vor treten und die Zukunft des Landes in die Hand nehmen könnte.

Oder fällt Ihnen da jemand ein?

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