Gar nichts

Erstaunlich, womit man Menschen verwirren kann. Dieser Tage zum Beispiel ich diverse Freunde – wirklich jeder fragt nämlich derzeit, was mir schon ziemlich auf die Nerven geht:

Was machstn zu Silvester?

In meinem Fall ist es so, dass ich leider nicht mit dem Besuch tollster Feste bei ausgelassensten Freunden dienen kann. Ich sage also darauf immer: Gar nichts. Das schockt alle.

Einerseits mache ich nichts, weil ich lustig sein auf Zwang immer weniger aushalte, das hat genauso etwas Pappnasenartiges wie diese brachiale Faschings-Glückseligkeit. Und in die Stadt gehen, den 127.000 besoffenen Grölern auszuweichen und aufzupassen, dass mir von oben keine Flasche auf den Kopf fällt, die irgend ein Pseudo-Scherzbold gen Sternenhimmel befördert hat, mag ich auch nicht. Für traute Zweisamkeit an fernem Südseestrand (das hätte schon was) fehlt mir derzeit einerseits die perfekt passende Ergänzung (mit nur fast passender macht so etwas, mir zumindest, keinen Spaß) – und andererseits das Kleingeld. Seit ich wieder als Journalist arbeite und studiere, bin ich ja mehr oder weniger arm wie eine Kirchenmaus.

Aber glücklicher, weil ich jetzt ab und zu wirklich spannende Sachen machen kann. Zum Beispiel: Ich muss – besser gesagt ich will – in dieser Neujahrsnacht arbeiten.

In Kürze steht ja der Studienabschluss an und ich mache meinen Master nicht mit einer theoretischen Arbeit, sondern einem so genannten „Master Piece“: einem 50minütigen Radio-Feature über Triest und den dort lebenden Krimi-Autor Veit Heinichen. Arbeitstitel: „Die Stadt, der Schreiber und das Verbrechen“. Für die Treffen mit dem Mann will man halbwegs vorbereitet sein. Außerdem verlangt die Donau-Universität glatt ein Exposé zur Sendung, ein Treatment, und so weiter. Also: Arbeit.

Die letzte Nacht des alten sowie die erste des neuen Jahres ist daher eine super Gelegenheit, mit Interessantem zu beginnen. Viel besser als saufen oder Raketen nach nirgendwo abfeuern. Am 2. Jänner dann zur Einstimmung ein Kurztrip nach Grado und am 6. in die Stadt – Molo Audace, das kleine weiße Castello mit seiner traurigen Geschichte, die imposante Costiera mit Adria-Blick und so weiter…

So kann ein Jahr anfangen. Guten Rutsch, liebe Textblog-Leser! Wo und wie auch immer Sie ins neue Jahr starten mögen – ich wünsche Ihnen für 2012 das, was Sie sich selbst auch wünschen.

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2 Gedanken zu “Gar nichts

  1. … grüß mir den Molo und la mia isola, schau ob der Federico dort am Hafen offen hat, iss was G'scheites und geh' – just for the sake of spending all that you don't have anyway – in die Dama Bianca. Happy New Year!

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