Sunday bloody Sunday

Wie das bei Mittvierzigern so ist, nach den wilden Jahren (die bei mir eh nie richtig wild waren, man hat halt einiges versäumt) sind wir statt nach außen nun nur mehr tief im Herzen Revoluzzer.

In meinem Fall äußert sich das an einem Tag wie morgen durch eine Art Gedenkminute. Ich zünde zwar kein Kerzerl an, dafür poste ich im voraus etwas im Internet: das hier. Und werde dann morgen beim Zugfahren nach Wien daran denken, wie am 30. Jänner 1972 die britischen Killer 13 Iren erschossen, weil die heim wollten – dorthin, wo sie hingehören.

Obwohl ich weit weg bin und natürlich nie etwas damit zu tun hatte, habe ich durchaus Sympathien für jene, die ab 1916 Jahrzehnte lang taten, was getan werden musste. Viele hat´s das Leben gekostet. Am Höhepunkt der nordirischen „Troubles“ eben auch noch jene 13, darunter ein Kind, die von Cromwells Nachfahren vor 40 Jahren in Derry einigermaßen kaltblütig ermordet wurden.

Man muss zwar mit so einer Aussage neuerdings ein bissl vorsichtig sein, denn seit die herz- und schmerzlosen niederösterreichischen Hardliner das Innenministerium gekapert haben, wird man für Sätze wie diese ja schnell auf die eine oder andere schwarze Liste gesetzt. Und wer weiß, was die einmal damit anfangen werden, wenn sie herausfinden, das jemand irgendwann in welchem Zusammenhang auch immer Sympathien für den bewaffneten Aufstand gegen widerrechtliche, aber systemkonforme Besatzung äußerte.

Jedenfalls habe ich drei Lieder für morgen, die ich mir anhören werde – und super ist es, dass dieser Blogpost sogar einen offiziellen Titelsong hat: Sunday bloody Sunday. Außerdem werde ich der musikalischen Erzählung von der Osterzeit damals lauschen, Easter Rising, als der irische Widerstand gegen die Briten so richtig loslegte. Und dann noch meine favorisierte inoffizielle Hymne von Érin, the Green, the emerald isle.

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