Frau Verbeni und ich

Ich herze ja meine steirischen Landsleute, sie sind in Sachen Kommunikation so, wie soll ich sagen, so: lieb, irgendwie.

Heute Anruf im Büro des Landeshauptmanns, ich würde gerne ein interview mit ihm machen, immerhin für eines der größten Nachrichtenmagazine des Landes.

Sein Pressesprecher is nicht da, rufen´S nächste Woche wieder an, sagt Frau Verbeni im Voves-Sekretariat.

Das ist ein bissl spät, sehen Sie eine Möglichkeit, früher eine Auskunft zu erhalten, ob es mit einem Interview überhaupt grundsätzlich klappt?, frage ich.

Ich werde einmal nachschauen, sagt Frau Verbeni.

Wartezeit in der Telefonschleife. Dann meldet sie sich wieder:

Hören´S, wer sind Sie jetzt schnell noch einmal?

Brav gebe ich neuerlich Name, Medium und Ansinnen bekannt.

Nächste Info nach der nächsten Wartezeit:

Also, der Herr Sittinger ist in einer Sitzung.

?

Bin nicht sicher, ob ich mit dieser Information etwas anfangen kann, weil ich Herrn Sittinger weder kenne noch weiß, warum ich ihn kennenlernen sollte (der Voves-Pressemann heißt Kronsteiner). Aber ich frage höflich nach, inwieweit das von Bedeutung ist. Stellt sich heraus: Er hat auch irgendwas mit Pressearbeit zu tun – wobei sich Frau Verbeni nicht ganz sicher zu sein scheint, was genau. Ich verlange nach der Bürochefin.

Auch in einer Sitzung, heißt es.

Manchmal bin ich frech, ich sage:

Eigentlich scheint es ganz schön schwer zu sein, dem Herrn Landeshauptmann zu einem Auftritt in den Medien zu verhelfen.

Aber Frau Verbeni hat sichtlich Humor, sie antwortet mit höchst entwaffnender Offenheit, ich mag so etwas ja:

Stimmt.

Und kündigt mir noch einmal einen Rückruf für Anfang der kommenden Woche an, worauf ich noch einmal darauf hinweise, dass das für mich zu langfristig gedacht ist.

Haben Sie überhaupt schon einmal bei uns angerufen?, fragt Frau Verbeni darauf nicht ohne Tadel in der Stimme.

Nein, sage ich wahrheitsgemäß.

Na sehen Sie, antwortet sie mir – und ich will eigentlich gar nicht weiter darüber nachdenken, wie das gemeint sein könnte.

Jedenfalls schaffe ich es nach längerem Hin und Her, der an sich durchaus freundlichen Dame doch noch eine Zusicherung zu entlocken, dass heute ein Rückruf kommen wird, von wem auch immer.

Vielen Dank, schließe ich das Telefonat und fühle mich (wie gesagt, ich bin manchmal wirklich unangebracht frech) bemüßigt, sie extra zu motivieren:

Sie schaffen das!, feuere ich sie an und könnte mir im selben Moment auf die Zunge beißen, weil so etwas ja doch ein wenig unhöflich ist.

Ich glaube auch, sagt Frau Verbeni trocken – und legt auf.

Wie gesagt: Ich denke, sie hat Humor. Und ich muss jetzt anmerken: Gerade – schneller, als ich diesen Blogpost zu Ende schreiben konnte – kam der Rückruf von Herrn Sittinger, der freundlich, kompetent und entgegenkommend wirkt.

Also eh alles eins A im Voves-Büro – danke Frau Verbeni, das war richtig blitzartig und vom Service her voll okay! Sorry für, siehe oben, mein kleines Über die Stränge schlagen.

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