Blitzschnell

Blitzschnell, sagt die Mediendame von der supertollen, international agierenden überdrüber-Steuerkanzlei, sei ihre Firma, bei deren Chef ich vergangenen Donnerstag um die Mittagszeit um Info angefragt hatte, ob er einen Gastkommentar zum Thema Korruption verfassen will. Macht er zienmlich sicher, erfuhr ich dann am Freitag. Bereits heute Mittag kam die endgültige Antwort – doch nicht, weil so schnell gehe das leider nicht.

Immerhin ein Tag für ein „Wahrscheinlich“, vier volle Tage für ein klares „Ja“ oder, wie eben in diesem Fall, ein „Nein“. In der Welt der Medien eine halbe Ewigkeit – zu lange jedenfalls. Als ich ihr das freundlich erkläre und mich höflich für die große Mühe bedanke, ist sie fast ein bissl beleidigt und will die Sache ausdiskutieren. Wo ihr Chef doch so ein großartiger Experte ist, und – genau wie seine ganze Firma – an sich unglaublich schnell. Für meine Begriffe eher langsam, rutscht es mir heraus. Aber die Sekretärin ist krank, es gab einen Todesfall und außerdem habe ich seine Handynummer nicht, sagt sie.

Das ist natürlich ein super Argument, kommt gegenüber anfragenden Journalisten als Zeichen totaler Professionalität immer gut: Kaum ist die Sekretärin krank, ist der Laden hinüber. Und der Pressesprecherin vertraut der Chef nicht genug, dass er ihr seine Handynummer gibt.

Blöde Geschichte, denn wenn´s so läuft, fragen Redaktionen kaum ein zweites Mal an – und das war es dann auch schon mit der medialen Präsenz. Das geht nämlich blitzschnell, dann aber wirklich.

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