Dies oder das

Immer noch die Triest-Heinichen-Geschichte – wird nun schön langsam Zeit, dass ich damit zu einem Ende komme. Jedenfalls letztes Wochenende wieder einmal Triest, wieder einmal recherchieren.

Diesmal Straßenbefragung – ob die Leute wissen, wen die drei Bronzestatuen, welche die Stadtverwaltung 2004 und 2005 aufstellte, darstellen, wollte ich für die Radio-Gechichte wissen. Bloß beschränkt sich mein Italienisch auf grazie, prego und ein paar Schimpfworte. Also bat ich Gabi, Studienkollegin von früher (die ihr Publizistikstudium im Gegensatz zu mir nicht hingeschmissen hat, sondern gleich auch noch Italienisch dazu fertig machte), um Hilfe. Gabi mag das nämlich: wildfremde Leute anquatschen, italophil ist sie außerdem auch.

Und irgendwie erzählen Italiener einer hübschen Frau mit Augenaufschlag viel eher etwas, als einem genervten Mann – ich liebe das nämlich im Gegensatz zu Gabi überhaupt nicht, Unbekannte zu einem Thema ausfratscheln. Hat funktioniert, die Einheimischen mochten Gabi (nicht selbstverständlich, die Triestiner gelten eher als ein wenig verschlossen) und gaben recht großzügig Auskunft. Und Gabi freundete sich während der Interviews mit dem bronzenen Italo Svevo fast ein wenig an.

Binnen zwei Stunden hatten wir gute O-Töne im Kasten und konnten uns einem gepflegten Abendessen in „Harry´s Grill“ widmen. Die Lokalität empfehle ich Ihnen – liegt direkt an der Piazza Unità d`Italia, spielt in den Heinichen-Krimis immer wieder einmal eine Rolle und gehört zum famosen Hotel „Duchi d`Aosta“.

Das war Samstag und ich schloss den Abend nach dem Essen mit einem Verdauungsspaziergang (sechs Gänge steckst du in meinem Alter einfach nicht mehr so locker weg) hinaus auf den Molo Audace ab. Man hat dort abends einen wunderbaren Blick auf die romantisch erleuchtete Stadt. Ich mag es, setze mich dort gerne immer wieder einmal ein Weilchen auf einen Boller und denke an dies oder das.

Sonntag hatte ich dann ein Gespräch mit einem lokalen Schauspieler. Giorgio Amodeo stellte in einer Heinichen-Krimi-Verfilmung einen Streifenpolizisten dar und haut sich heute noch ab, wenn er an die Dreharbeiten denkt. Weil ihn in Uniform sämtliche Triestiner Passanten für echt hielten – und ihn in größerer Zahl fragten, ob sie ihr Auto hier oder dort parken dürften.

Amodeo war jedenfalls locker drauf, ich merkte sofort: Den kannst du auch privat nach dem Weg zum besten Winzer oben am Karst fragen, wenn das Interview erledigt ist. Gabi und ich wollten nämlich das eine oder andere Flascherl Karst-Wein besorgen, für die Freunde daheim. Giorgio ließ sich nicht lange bitten, empfahl mir die Osmizza Zidarich im Örtchen Prepotto (Osmizze sind das Triestiner Äquivalent zu den steirischen Buschenschenken). Weil die Wegbeschreibung irgendwie kompliziert klang, fertigte der hilfsbereite Mensch gleich vor Ort in einem Café in der Nähe des Corso Italia eine Anfahrtsskizze für uns an.

Wir haben´s gefunden. Den Kofferraum voll Vintovska-Traubensaft traten wir nach einer kleinen Verkostung die Heimreise an. Arrivederci Trieste, ritorno.

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6 Gedanken zu “Dies oder das

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