Reine Vertrauenssache

Frisch herausgekommen – eine Vertrauensstudie, Sie kennen das sicher, die alte Frage: Welchem Berufsstand vertrauen Sie besonders? Immer wieder interessant.

Diesmal kommt die Studie vom deutschen Readers Digest Verlag und man kann sogar zwischen Österreich und Europa vergleichen.

Ganz unten, hier wie dort, wenig überraschend: Politiker. Nur fünf Prozent der Befragten sagen hierzulande, in die desaströse Chaospartie von Faymann und Co. haben sie Vertrauen (international vertrauen den Staatenlenkern acht Prozent der Gelenkten, auch nicht wirklich super).

Nicht viel besser als Politiker sind zum Beispiel Fußballer dran. Das dürfte aber eher ein Verständigungsproblem sein, denn wer schon einmal Toni Polster, Didi Kühbauer und Konsorten beim Versuch des sich Mitteilens zugehört hat, der weiß: Es ist einfach nicht ganz klar herauszukriegen, was die jeweils sagen wollen. Und wie willst du jemandem Vertrauen schenken, den du nicht verstehst? Eben.

Relativ gut kommen im Vertrauensranking übrigens Polizisten weg, das gibt Einblick in die verschrobene österreichische Seele. Immerhin wird gerade einer von denen verdächtigt, eine Bankerin für ein paar Kilo Gold umstandslos um die Ecke gebracht zu haben. Oder hat ein polizeilicher Beschwerdesenat jüngst Kollegen de facto laufen lassen, die Kinderpornografie gehortet oder einen unschuldigen Ausländer gefoltert haben. Da sage ich doch glatt: Wir nehmen solche Dinge wirklich viel zu ernst – und aber ja, in unsere Polizei kann man sehr wohl Vertrauen setzen! Kinderpornos anschauen, Ausländer verprügeln und das bissl Mord und Totschlag – fällt doch wirklich nicht ins Gewicht bei dem vielen Guten, das die täglich zu tun vorgeben…

Ich für meinen Teil bin jedenfalls lieber vorsichtig, wenn ich einen der unangenehmen, meistens beschnurrbarteten Uniformierten kommen sehe. Und Vertrauen in diese Typen setzen? Never.

Priester schneiden übrigens auch ganz gut ab, jedenfalls liegen sie vor den Journalisten. Ich glaube ehrlich gesagt allerdings nicht, dass bei der Untersuchung allzu viele Ministranten befragt wurden. Sonst würde die Sache vielleicht anders aussehen und da wären wir dann möglicherweise fast wieder bei dem, was sich die Polizisten angesehen haben.

Dass auch Gewerkschaftsführer im Vertrauensranking weit hinten liegen, sollte gerade denen schon ein wenig zu denken geben – aber sie werden diese Information vermutlich irgendwo einbetonieren und vergessen.

Am oberen Ende der Liste übrigens: die Feuerwehrleute. Sie sind Vertrauensdarlinge der Menschen im Land. Schön, dass wir das jetzt wissen. Daran lässt sich´s gut festhalten, wenn es wieder einmal irgendwo brennt.

P.S. Und weil es gut zum Thema passt, möchte ich Ihnen diesen Link ans Herz legen. Gerade jetzt, wo im Parlament das Husch-Pfusch-Sparpaket beschlossen wird, zeigen unsere Politiker wieder, warum man ihnen einfach nicht vertrauen kann: Sie genehmigen sich 105 (Sie haben sich nicht verlesen) neue Luxus-Dienstwagen – Kostenpunkt pro Auto schlanke 76.000 Euro. Kollegin Silvia hat die Story, im neuen Format steht sie.

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