Die Welt der Frauen

Endlich kann ich es. Das hat zwar ein gutes Monat gedauert und ich hatte dabei durchaus auch einige artfremde Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass Frauen geschickter sind als Männer. Und dass ich durch meine gesamte Pubertät völlig sinnlos im Dunkeln tappte (und mir dabei die Finger versaute), während ich bloß ein Mädchen fragen hätte müssen.

Bei der frühmorgendlichen sozialen Interaktion an der Grazer Öffi-Drehscheibe Jakominiplatz zum Beispiel hätte das einiges erleichtert, wo sich alle Mittelschuljungs und Mittelschulmädls tagtäglich beim Umsteigen beschnupperten (im Eventualfall auch ein wenig mehr). Ist ja gar kein so schlechtes Gesprächsthema für den Bratereistart, nicht unoriginell auf alle Fälle:

Entschuldige bitte, ich krieg den Twinni einfach nicht sauber gebrochen, weißt du vielleicht, wie das geht?

Entweder halten dich die kühlen jungen Damen dann für einen Komplettdepp – oder sie finden´s voll süß. Und ehrlich jetzt: eine 50-Prozent-Chance ist deutlich mehr, als ich damals in meiner schüchternen Pickeljugend für gewöhnlich hatte.

Jedenfalls besitze ich nun endlich den Twinni-Durchblick. Stark verspätet im zarten Alter von 47, wo ich auch in Sachen Gesprächsaufnahme mit der Damenwelt ein wenig entspannter agiere, aber wirklich nur ein wenig, weil einmal schüchtern ist immer schüchtern. Der entscheidende Hinweis kam letztlich von einer Freundin, die so irgendwie der Herold ist – ein Wortspiel, das Sie natürlich nicht verstehen können und wegen der Anonymität von Barbara kann ich es auch nicht erklären. Zwar haben mir das nach dem Blog vom 13. März auch andere Damen gleichlautend erklärt, ich glaubte es halt nur nicht. Aber wenn´s dir eine sagt, die der Herold ist…

Das Wissen um das Twinni-Geheimnis scheint in der schrulligen Welt der Frauen überhaupt so eine Art common knowledge zu sein, während wir Männer mehr darüber nachdenken, wie sich die Welt mit Atomkraftwerken zupflastern ließe. Ich wusste das aber eh schon immer – um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmern sich nur die Frauen.

Ich kann es jetzt also – und einen Twinni-Eislutscher sauber in zwei Teile zu brechen, ohne ihn zu zerbröseln, geht so: Du lässt das Ding in der Verpackung, knuddelst es ein wenig mit den Fingern, rüttelst sanft und zuckelst daran herum, dann ein schneller, entschlossener Knacks. Sei bloß kein Weichei, wenn du den finalen Rüttler anbringst. Fertig. Fühlst du dich gerade irgendwie nicht in Topform, kannst du den Twinni vorher auch ein wenig in Händen halten und wärmen, dann geht´s leichter. Aber Vorsicht um Gottes Willen: nicht zu lange, sonst hast du die Soße, wenn du danach das Papier entfernst.

Dass ich jetzt weiß, wie es geht, ist gut für meine Gesundheit. Denn das viele ergebnislose Training der vergangenen Wochen hat mir schon Bauchweh bereitet, und das meine ich nicht im übertragenen Sinn. Irgendwer musste die Sauerei ja nachher immer aufessen. Ich habe 61 Twinnis gezählt, seit dem 13. März.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s