Das Kalkühl

In der Steiermark lassen die selbsternannten Reformzwillinge Voves und Schützenhöfer sich als große Retter des Landes abfeiern. Dabei sind die steirischen Reformen, mit denen der Landeshauptmann und sein Stellvertreter in letzter Zeit mit geblähter Brust vor ihrem Steirervolk auf und ab stolzieren, bis jetzt nicht mehr als ein großer Bluff.

Fakt ist: Es gab in der Steiermark bisher eine Nulllohnrunde für Landesbedienstete und eine einzige Bezirkszusammenlegung. Sonst nur viel Gerede, Proteste und Ankündigungen. Tatsächlich getan hat sich in Sachen Umsetzung von Reformen aber genau nichts, null, nada, zero. Sie können das im Detail im neuen FORMAT nachlesen, das ab morgen am Kiosk ist.

Dafür macht die Steiermark als Folge des jahrelangen Missmanagements (unter der Verantwortung von Voves und Schützenhöfer) fleißig neue Schulden: 369 Millionen sind es heuer, nächstes und übernächstes Jahr wird es ungefähr gleich weitergehen. Ende 2014 wird die Steiermark mit über drei Milliarden in der Kreide stehen, mehr als die Hälfte ihres Jahresbudgets (und das ganze Familiensilber ist leider bereits verscherbelt). Dazu kommt noch das Schlagend werden einer Haftung über 700 Millionen für die Kages, die Krankenanstalten-Tochter des Landes.

Ich sage: 2014 wird die Steiermark de facto pleite sein. Blöde Geschichte, wo doch im Jahr darauf Landtagswahlen sind. Den Landeshauptmann kümmert das komischerweise wenig. Der könnte nämlich, vermute ich, unter Umständen einen wirklich kühlen Masterplan verfolgen.

Denkbares Szenario:

Im Herbst 2013 wird die SPÖ bei der Nationalratswahl verlieren und Kanzler Faymann gar nicht anders können, als zurückzutreten. Da gibt es dann in Österreich nur einen, der als Reformer gilt, immer eine gesunde Distanz zur Bundesregierung wahrte, es sowieso schon immer wusste, über ein Macher-Image verfügt und außerdem, das ist ja überhaupt das Wichtigste, eh voll total fesch ist. Also als Nachfolger ministrabel: Franz Voves.

Obwohl der in der Steiermark in Wahrheit als Reformer nichts reformiert, als Macher nichts gemacht, dafür als Pilot das Land an die Wand gefahren hat. Aber das werden die Steirer eben erst 2014 merken, wenn ihr Landeshauptmann bereits als SPÖ-Chef und (wir wollen ja hoffen, das UHBP nicht den Unsäglichen mit der Regierungsbildung beauftragt) als Bundeskanzler in Wien sitzt. Mit dem desaströsen steirischen Erbe kann sich ein Nachfolger herumschlagen, unter dem das Voves-Debakel dann aufpoppt – und dem es wohl auch von der für gewöhnlich mit wenig Durchblick ausgestatteten breiten steirischen Masse angelastet werden wird.

Ein richtig kühles Kalkül.

Und weil eben das Wahlvolk, fürchte ich jedenfalls, in Österreich und vor allem in der Steiermark nur selten lichte Momente hat, könnte die Sache glatt funktionieren. Vielleicht ist Voves ja, sollte das tatsächlich sein Plan sein und er ihn konsequent verfolgen, doch ein Macher.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s