Laura anrufen

Die (für ihren Job wohl doch zu) junge Dame muss sich immer mit bösen Unterstellungen herumschlagen. Da wird man sicher leicht einmal unentspannt.

So soll Laura Rudas etwa nach ihrem Auto-Feuerunfall vor ein oder zwei Wochen zunächst bei der Zeitung „Österreich“ und erst dann bei der Feuerwehr angerufen haben, was aber vermutlich tatsächlich nur ein blödes Gerücht ist. Eigenartig ist es allerdings, dass zuerst Österreich über den Feuer-Zwischenfall und jetzt „Heute“ über den nächsten Autounfall der SPÖ-Geschäftsführerin schrieb. So eine Art paritätische Berichterstattung jener Medien, wie sie von der jungen Gauklertruppe rund um den Bundeskanzler bevorzugt werden. Riecht schon ein wenig nach Inszenierung, aber egal.

Jedenfalls, ich habe meine eigene Erfahrung mit der jungen Frau Laura gemacht. Die hatte nämlich ein Dankesvideo an die Freiwillige Feuerwehr Pöchlarn geschickt, das natürlich prompt seinen Weg auf YouTube fand (Sie können sich´s hier ansehen). Dieses ist so hanebüchen gestrickt, dass man als PR-Berater empfehlen müsste: Laura Rudas sollte öffentliche Auftritte aller Art lieber meiden, die freie oder abgelesene Rede ist ihre Domäne nicht. Sie ist wohl mehr eine Kraft für das Back Office. Als Politik-Journalist müsste man hoffen: Sie wird doch nicht wirklich so sein, wie sie in dem seltsamen Stück rüberkommt!

Wir haben im Format eine Meldung dazu gebracht – ja, ich weiß schon, nicht ganz die feine Klinge, es ginge wohl auch seriöser. Aber wie viel Grandezza braucht´s jemandem gegenüber, der sich für Autounfälle in Österreich und Heute abfeiern lässt? In der steht jedenfalls auch, wie im Internet ein wenig Spott und Hohn über das Video-Ding und seine Hauptdarstellerin ausgegossen werden.

An sich teilen ja Politiker ganz gern und auch ganz gut aus, da ist Rudas nicht anders. Sollte anzunehmen sein, dass man umgekehrt beim Einstecken von Kritik nicht allzu zart besaitet ist. Aber die Seele ist ein weites Land, und bei Laura Rudas dürfte sie zusätzlich ein zartes Pflänzlein sein. Prompt rief sie in der Redaktion an und beschwerte sich heftig. Nicht bei mir, sondern bei einem ihr halbwegs halbwegs bekannten Kollegen. Ich weiß nicht, was sie ihm gesagt hat, aber er war danach ein bissl fertig.

Ich twitterte Lauras Beschwerde. Prompt klingelte des Kollegen Handy erneut, die SPÖ-Bossin regt sich scheinbar ganz gerne telefonisch auf (warum nicht bei mir, der ich in beiden Fällen immerhin der Autor war: ich weiß es nicht). Um dem armen Kollegen einen Gefallen zu tun, löschte ich den Tweet.

Und rief meinerseits bei Rudas an, um ihr a) zu sagen, sie soll den doch in Ruhe lassen und sich im Bedarfsfall bei mir direkt melden (ich lasse mir bei solchen Gelegenheiten übrigens weniger gefallen). Und b) um ihr vorzuschlagen, sich auf einen Kaffee zu treffen und die Sache bei einem Gespräch aus der Welt zu schaffen. Wie man das unter zivilisierten Menschen eben so handhabt.

Ich musste ihr das alles in die Mailbox diktieren, denn sie hat nicht einmal abgehoben. Zurückgerufen auch nicht. Man beschwert sich halt leicht und schnell, während schulmäßiges Vorgehen in der politischen Pressearbeit eher keine Kategorie zu sein scheint. Vielleicht lernt man das im Politikwissenschaft-Studium auch einfach nicht.

Macht aber nichts, ich muss nicht um alles in der Welt mit Laura sprechen, die ich ja persönlich gar nicht kenne. Tweets löschen werde ich aber auch nicht mehr. Vielleicht erzähle ich Ihnen ja sogar bei nächster Gelegenheit einmal, was Siri vom iPhone aus dem Sprachbefehl „Laura Rudas anrufen“ macht…

Glauben Sie mir: Wenn Sie das hören, werden Sie recht lachen müssen. Laura wahrscheinlich nicht so.

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2 Gedanken zu “Laura anrufen

  1. LOLDer Klaus beim eifrigen Laura-Bashing. Ein wenig gestrig, oder?Aber die (für ihren Job wohl doch zu) junge Laura ist wohl selber schuld. Hat zuerst einen gefährlichen Autounfall und benimmt sich dann auch noch wie ein Normalsterblicher.Gut, dass wir in Österreich nocht mutige Journalisten haben, die sich soetwas nicht gefallen lassen.So! Und jetzt muss ich, bevor mir die Tränen kommen, schnell twittern, dass ich nicht ohne Erwiderung jedem am Schädel sch…. kann

  2. Ich bin ja eigentlich gar nicht so eifrig, dafür aber 47 – also auf jeden Fall gestrig. Vielleicht bin ja umgekehrt ich für meinen Job zu alt?Ein bissl bashen ist doch nicht so dramatisch, oder? Der Blog hier ist eh nicht die Krone. Also kaum was passiert in Sachen Breitenwirkung. Das muss man aushalten, ich lass mich gern auf Twitter retour bashen. Außerdem ist das Video halt, tut mir leid, ehrlich nicht gut gelungen.Trotzdem Respekt jetzt: den Termin gibt´s inzwischen ja, die letzten drei Absätze oben sind also zu relativieren. Und ich verspreche, das Ding mit der Siri behalten wir alle total für uns, ok?

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