Wie ich dem Scheich die Hand reich

Gott sei Dank war ich letzte Woche im Kino: „Salmon Fishing in the Yemen“.

Super Film, Ewan MacGregor ist zu meiner ganzheitlichen Überraschung ein richtig guter Schauspieler (ich kannte den bislang hauptsächlich als lichtschwertschwingenden Jedi aus Star Wars, da sind die darstellerischen Möglichkeiten etwas limitiert). Der schottische Akzent mit dem rrrrrollenden R, schon fast nahe am Irischen: kommt bei mir sowieso immer voll gut.

Und Emily Blunt erst, hohoo, meine Damen und Herren!

Muss jetzt glatt einmal überdenken, ob ich mir aus allen berühmten Actrissen wirklich nach wie vor Salma Hayek rauspicken würde, könnte ich wie ich wollte.

Aber eigentlich hatte ich gar nicht vor, ihnen das zu erzählen, sondern: Im Film kommt ein jemenitischer Scheich vor, ob gut oder doch ein bissl böse, man weiß das nicht so genau. Angesprochen wird er jedenfalls mit „Excellency“. Mir hat das 90 Minuten lang recht gut gefallen.

Und wie das Leben so spielt: Gestern telefonierte ich über eine Stunde lang mit einem echten Scheich, dem laut Magazin „Arabian Business“ zweitreichsten Araber, was kein Schmutz ist wenn man bedenkt, dass Saudi-Araber ja landläufig eher den wohlhabenden Menschen zugeordnet werden. Forbes stuft ihn als Nummer 133 unter den Reichsten der Welt ein. Sprich ihn am besten mit „Your Highness“ an, sagte mir sein österreichischer Vertreter im Vorfeld. Und wenn das Gespräch einmal im Laufen ist und sich alles okay entwickelt, kannst du dann vorsichtig auch „Sheik Mohamed“ zu ihm sagen.

Das Telefonat war interessant, der Scheich freundlich, höflich und und in Sachen Arabischer Frühling kompetent, ich bekam einen ganz guten Eindruck und habe ihm den Philantropen abgenommen (er kümmert sich neben seinem Business um die Verbesserung der Beziehungen zwischen arabischer Welt und Europa).

Und ich konnte ihm verbal gut die Hand reichen, indem ich variierte. Denn dank Kinobesuch kam zusätzlich zum avisierten Your Highness zwischendurch überraschend auch die zweite angebrachte Anrede zum Einsatz: May I have your assessment, Excellency…, said I, most politely. Und die Sache funktionierte – es wurde ein gutes Gespräch. So ging sich dann sogar noch ein lockereres Sheik Mohamed aus, ohne grob daneben zu hauen.

Da soll aber jetzt noch einer sagen, dass Kino nicht bildet.

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