Fields of Athenry

Manchmal wäre es wirklich schön, dort zu sein – und nicht da. Ich war gerade am Wiener Spittelberg Abendessen. In netter Gesellschaft zwar, aber dass ich das verpasst habe!

Wenn in zwei Wochen vermutlich Spanien oder meinetwegen auch Deutschland Europameister geworden sein wird, dürfte das Jahre später vergessen sein, mehr oder weniger. Aber bleiben wird von dieser EM, dass die Iren – aaaaaah, die großartigen, freundlichen Iren – gestern Abend beim Stand von 0:4 gegen Spanien das getan haben, was nur sie auf diese Weise können: feiern, fröhlich sein, mit ein bissl schöner Melancholie und Schwermut in der Seele.

Die schießen dann am Fußballplatz keine Leuchtkörper ab, verbrennen keine Bengalischen Feuer oder pöbeln um die Wette – nein, die werden plötzlich alle ein einziger Ire und singen „Fields of Athenry“. In einem Fußballstadion, unkoordiniert, einfach so, einfach schön. Ich sage: ein magischer Moment. Schade, dass ich nicht dort war (Fields of Athenry kenne ich mit links und könnte jederzeit mitsingen), nicht einmal vor dem Fernseher. Mo chroí in pian deswegen.

Athenry übrigens, kleines Städtchen nicht weit weg von Galway, viel besungen. Die Fields sind saftige Wiesen, soweit das Auge reicht. Das Lied: für die Iren eine Sache nationalen Stolzes, dort hat sich geschichtlich ein bissl was abgespielt. Fields of Athenry ist a true rebel song, auch wenn es nicht so klingt. Es kommt auch im großartigen Film „Veronica Guerin“ vor. Jeder irische Musiker hat das im kleinen Finger. Sogar der unsägliche Johnny Logan, irischer Held der Gruselkabinettshow Song Contest. Ich präferiere ja, nur zum Beispiel, diese Version der Dubliners.

Weiß schon jetzt: Am 26. März 2013, da werde ich vor Ort sein, in Dublin, wenn Irland in der WM-Qualifikation Österreich empfängt. Leider nicht mehr im traditionsreichen Croke Park, sondern im neuen, ein wenig herzlosen Aviva-Stadium. Jedenfalls wird es mir ziemlich schwer fallen, für Rot-Weiß-Rot die Daumen zu drücken, falls es überhaupt geht.

Aber vielleicht singen sie dann wieder und ich: werde dabei sein. Was solls, werde ich mir denken, die Österreicher Österreicher sein lassen und mitsingen, was das Zeug hält.

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2 Gedanken zu “Fields of Athenry

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