Und ich hüpfte einfach rein

Es ist immer dasselbe. Sprichst du mit einem Politiker von, sagen wir: vor der Jahrtausendwende, hast du schnell das Gefühl, du redest mit einem angenehmen, gebildeten, intelligenten Menschen. Gespräche mit aktuellen Menschen in der Politik hingegen…

Vorgestern schon wieder: Ich traf den ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Christof Zernatto für ein ausführliches Interview.

Wir saßen auf der Terrasse seines Hauses, eine Idylle. Die Kärntner Sonne schien und zehn Schritte weiter plätscherte der Ossiacher See. Zernatto zeigte mir und dem Fotografen Steg und Seeufer. Dort ist tatsächlich ein künstlicher Rabe arretiert, damit die Enten Angst haben und nicht dauernd Ablagern kommen. Unter dem Steg, erzählte mir der freundliche Ex-Politiker, der mittlerweile erfolgreicher Unternehmensberater ist, stehe oft auch ein bereits ganz schön großer Wels. Ab und zu könne man die Schwanzflosse erkennen.

Thema aber eigentlich natürlich: die Kärntner Skandale. Der frühere ÖVP-Chef ist schwer und glaubwürdig geschockt, er zeichnet ehrlich gesagt kein Hoffnung machendes Bild seines Bundeslandes. Ein kompletter Neustart sei notwendig, sagt er, aber er habe so seine Zweifel, ob die handelnden Personen dazu in der Lage sein könnten.

Ich kann resümmieren: Wie schon Ferdinand Lacina, Hannes Androsch, Othmar Karas oder auch Hannes Swoboda war Zernatto ein unprätentiöser, kundiger und angenehmer Gesprächspartner. Keine Spur von dem sinnentleerten Geschwafel, wie es aktive Politiker absondern. Der Mann ist entspannt (Kunststück auch, wenn man so wohnt), freundlich und alles in allem: wirklich nett.

Als ich ihm erzählte, dass ich genau gegenüber am Südufer des Ossiacher Sees zahllose Urlaube als Kind und Jugendlicher verbrachte (man sieht vom Zernatto-Anwesen sogar das Haus drüben) freute ihn das richtig. Und als ich nach Ende des Interviews um einen Tipp für einen guten Badeplatz bat (wenn man schon vor Ort ist, will man halt auch einmal kurz ins Wasser springen): völlige Verständnislosigkeit. Ein Kopfnicken zum See hin, das wohl heißen sollte: Was für eine Frage, der See ist fünf Meter weiter, hupfen´S einfach rein…

Der Job hat halt ab und zu doch auch angenehme Seiten.

So badete ich also kurz von des früheren Landeshauptmannes Grundstück aus, wird wohl hoffentlich kein ernstes Compliance-Problem darstellen. War jedenfalls wirklich ein sehr interessantes Gespräch. Sie können es im neuen FORMAT nachlesen, ab heute Abend in Wien in der Kolportage. Ab morgen überall am Kiosk.

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