Vom Kick zum Tipp

Ich war Benfica Lissabon, man ist ja auch ein bissl Portugiese im Herzen.

K. war Manchester United, der Dilettant. Er hielt sich zwar für talentiert, bekam von mir aber regelmäßig eine paniert. Ein stiller, strategisch klug und zielorientiert agierender Feinmechaniker wie ich hingegen kommt gut voran, bei der Imitation des realen Fußballer-Lebens am grünen Stoff.

Man muss sich natürlich auch jeweils den richtigen Konnex herrichten: Stand mein Mann hinten drin, war ich zum Beispiel Luisao – vorne jedoch präferiert Nuno Gomes. Beides gute Fußballer – je nachdem halt, welche Aufgabe gefragt ist. K. hingegen, der Dolm, war immer nur Paul Scholes und somit in Angriff wie auch Verteidigung ein verlorener Mittelfeld-Holzhacker. Genau dort jedoch spielt sich beim Tipp-Kick die wenigste Action ab, das wird überbrückt wie nix in Zehntelsekundenschnelle.

Statt zu arbeiten, lieferten wir uns im Gemeinschaftsbüro wilde Matches. So etwas geht, wenn man selbständig ist.

Ich also der feinsinnige, südländische Taktiker und Trick-Kickser mit den voll gewieften Spielzügen, K. der englische Metzger mit seinem Tipp-Kick-and-Rush. Benficas Spiel war schneller, wendiger, variantenreicher – oft ging man daher als Sieger vom Stoffplatz. Wobei K., dieser hoffnungslos eindimensional Denkende, sich statt des traditionellen Rollspielfeldes das richtige PVC-Stadion für Profis besorgt hatte.

Natürlich gab es für uns auch die guten Tore mit den echten Netzen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil beim Anitzipieren des Geschehens. Weil der Ball nach dem Torschuss drin liegen bleibt, statt in derart rasendem Tempo wieder herauszuspringen, dass man nur schwer sagen kann, ob das jetzt ein Goal war oder nicht.

Genau von dieser Torkamerafunktion erzählte mir mein Kindle heute Vormittag in der Straßenbahn am Weg zu einem Recherche-Termin (ich traf den Banker M. um mir anzuhören, wie sein Institut sich auf den 12. September samt Grexit vorbereitet – konsumieren Sie dazu doch bitte übrigens eine tolle Geschichte der formidablen Kolleginnen M. und M. im morgen erscheinenden Format).

Und das ist´s auch, was ich ihnen hier eigentlich erzählen will: Kaufen Sie sich das Buch „Donnerstags im Fetten Hecht“. Der Held dieses feinen Schelmenromans moderner Prägung ist nämlich Tipp-Kick-Afficionado. So ganz nebenbei wird in der Handlung auch detailverliebt geschildert, worauf es bei dem kühlen Spiel wirklich ankommt. Zum Beispiel eben: Tore mit Netzen statt des blöden Plastikzeugs.

Ansonsten geht es in der Geschichte ziemlich wild um die Welt – was eh klar ist, weil der Autor viel gebuchter Reisejournalist ist und weiß, wovon er schreibt.

Ich war übrigens einmal mit ihm in Irland zum Golfspiel: Am erstklassigen Linkskurs von Narin & Portnoo hätte er mich mit einem kristallen getroffenen (nur nicht so super gezielten) Schuss mit dem Siebener-Eisen beinahe sauber ums Eck gebracht. Aus 100 Metern Entfernung, ich sehe den Ball heute noch exakt auf meine Stirn zufliegen, genau in Richtung zwischen die Augen, er wurde größer und größer.

Nur bin ich halt ein Weichei und habe mich damals feig weggeduckt.

Jedenfalls will ich damit sagen: Kollege S. weiß, wie er mit Siebeneisen umzugehen hat. Diesen Satz werden Sie in seiner vollen Tragweite aber erst verstanden haben, nachdem Sie sich das Buch besorgten, was ich Ihnen hiermit schwerstens empfehle.

Guter Stoff, ehrlich – klicken Sie für mehr Info einfach hierher. Oder hierher.

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3 Gedanken zu “Vom Kick zum Tipp

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