Sido und Leo

Ein schlagkräftiges Wochenende.

Erstmals verfolgte ich vergangenen Freitag die wirklich komplett total lustige ORF-Show „Die große Chance“ und wunderte mich sehr, was den Leuten so alles gefällt. Fand auch mein Vorurteil bestätigt, dass dieser eigenartige Bärtige ganz offensichtlich eigentlich eh überhaupt nichts kann, nicht einmal witzig daher reden. Der ist einfach nur fad.

Aber jetzt lerne ich durchaus amüsiert: Stimmt überhaupt nicht, zuschlagen kann Sido wirklich gut. Den Heinzl-Plapperer von der Küniglberg-Seitenblicke-Fraktion hat er allem Anschein nach ganz ordentlich durch die Gegend gefegt. Irgendwie gefällt mir so etwas ja. Nicht das Hinlangen natürlich, sondern: wenn so perfekt durchkomponierte Scheinwelten für die biedere ORF-Seherschaft, von Krone-Österreich-Heute gefügig gemacht für alles Seichte, vom richtigen Leben eingeholt werden.

Das ist übrigens auch dem italienischen Fußballstar Leonardo Bonucci passiert, lese ich heute in der Kleinen Zeitung. Der wollte mit Kind und Kegel nur einmal kurz shoppen gehen. Einen Ferrari – wie die Schicken und Schönen das halt so machen, wenn sie einkaufen. Und wurde mit vorgehaltener Pistole glatt ausgeraubt, wobei es beim Versuch bleiben musste.

Denn Leo wollte seine Uhr nicht hergeben, scherte sich wenig um den bewaffneten Gangster und die Gefahr fürs anwesende eigene Baby – und schlug zu. Wie Sido. M;uss auch ein ziemlich knackiger Haken gewesen sein, der Kriminelle ging jedenfalls ebenfalls zu Boden und ergriff danach die Flucht. Bonucci hinterher, der Ferrari war ihm wohl nicht so wichtig.

In der Berichterstattung der Kleinen Zeitung, meines allerliebsten Provinzblattes mit den teils recht schrulligen Sätzen, liest sich das so:

„…schlug Bonucci den verhinderten Räuber nieder und jagte ihn, ehe dieser flüchtete.“

Jagte ihn, ehe er flüchtete? Wie das gehen soll, ist mir nicht klar. Hat der Kicker ihn zunächst im Stand gejagt und dann erst rannte der davon? Vielleicht eine pantomimische Einlage? Muss spaßig ausgesehen haben, der Gangster am Boden und Bonucci tänzelt am selben Quadratmeter Boden hin und her, ganz entrüstet ecco, stronzo, cazzo und so weiter schreiend. Dann erst ging die echte Jagd los.

Aber macht ja nix, ich weiß, dass sie sich bei der Kleinen eh ganz große Mühe geben.

Da fällt mir ein: In vor-Format-Zeit wollte ich dort einmal mitarbeiten. Bereits nach nur acht oder neun Wochen erhielt ich Antwort auf mein Mail. Danke nein, schrieb mir einer der stellvertretenden Chefreds, man sei personell sehr gut aufgestellt und brauche zusätzliche Unterstützung nicht.

Hm.

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