Gaukler aus Konsequenz

Dann derfst net Kicken gehen, und mim Training issas a Zeit lang auch Schluss, sagte der Lehrer zum kleinen C. und zum kleinen E., weil sich herausgestellt hatte, dass sie bei den Hausaufgaben nicht voll auf Augenhöhe mit den allgemeinen Klassenstandards waren.

Ich saß damals in der dritten oder vierten Bankreihe und dachte mir, dass das aber jetzt irgendwie schon ganz schön hart sei und womöglich das fußballerische Gefüge in den folgenden Turnstunden durcheinander bringen könnte. War es doch so, dass C. und E. wegen ihrer Tätigkeit in der Bubenmannschaft des GAK bei uns in der Klasse Kapitäne waren und sich mit ihnen im Laufe der Zeit ein feines Gleichgewicht zwischen den beiden Mannschaften austariert hatte, die im Turnunterricht immer gegeneinander antraten. Dieselben Teams waren in den Pausen zwischen den Schulstunden auch in diverse Raufhändel verwickelt. So führten wir das Match an jenen Tagen fort, an denen es kein Turnen gab. Was man in der Volksschule halt so macht, wenn man Bub ist.

Trotzdem: Wenn die Bandenchefs durch Lehrer-Willkür aus dem Training geworfen werden, kann das für die Spieler beider Teams beim einen wie beim anderen ernsthafte Folgen haben. Prompt gab es, soweit ich mich erinnere, in einer Pause dann tatsächlich auch einmal ein blaues Auge.

Auch bei C. und E. scheint das Trainingsverbot eine Art Zäsur gewesen zu sein. Beide schafften es später nicht in die angepeilte Laufbahnen als Fußballstar. C. führte als Erwachsener stattdessen eine Zeit lang ein Karaoke-Lokal in Graz. Ich war einmal dort (nicht absichtlich, der Besuch war mehr ein Unfall): sehr erschreckend. Was aus E. wurde, weiß ich nicht. Jedenfalls nicht Profikicker, sonst hätte ich von ihm später was gehört, gesehen oder gelesen.

Und die Mannschaft, bei der zu trainieren Lehrer G. (auch beim ihm: keine Ahnung, was aus dem wurde) den beiden Buben verbot, ist derzeit mit dem Auseinanderfallen beschäftigt. Ich bin geneigt, zu vermuten: Das ist ganz gut so.

Denn drei Konkurse hat der GAK in den vergangenen fünf Jahren bereits über die Runden gebracht, im vierten steckt man mitten drin. Und es scheint so zu sein, dass sogar jener Anwalt, der dreimal ganz offensichtlich nicht so richtig nachhaltig insolvenzverwaltete, diesmal doch zu tun gewillt ist, was eben zu tun ist: dem schaurigen Schauspiel ein Ende machen.

Sagen wir es, wie es ist: Der GAK hat keine Zukunft. Nie gehabt. Eine Gauklertruppe.

Schon allein die Fans: Als man im vergangenen Sommer die Relegation gegen die internationalen Top-Profikicker von Hartberg verlor, stürmten sie den Platz. Schlechte Verlierer, schlichte Gemüter. So etwas braucht man im Sport nicht. Aber kommende Woche wird diese rote Dilettantenbude wohl hoffentlich endlich zugesperrt, lese ich heute in der Zeitung. Zeit wird´s. Vier Konkurse in fünf Jahren sind einfach ein Zeichen.

Man kann´s dort halt nicht – und niemand will, dass man es weiter probiert.

Es wird eine Bereicherung für den heimischen Fußball sein, wenn diese steirische Tragödie schließlich doch noch ihr verdientes Ende findet. Wer so oft so schlecht wirtschaftet, ist entweder unfähig oder unangebracht. Genauso wie das Transparent, das die miserabelsten Fans von allen beim wohl letzten Match gestern Abend enthüllt hatten und mit dem sie gegen eine diffuse (sie zu identifizieren, dazu reicht´s wohl im Oberstübchen nicht) Gruppe Verantwortlicher anschrieben:

„Den GAK geschändet und in den Abgrund getrieben – am Ende werden wir euch alle kriegen“, stand da, wie die Kleine Zeitung meldet. Wie gesagt: unangebracht, unfähig – und unnötig. Gut, dass die jetzt keine Bühne mehr für ihre geistigen Tiefflüge haben.

Bye bye GAK – gut, dass du mit deinen Fans bald Geschichte bist.

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