Korruption

Heute erscheint die Format-Story über besonders kuriose Eurofighter-Gegengeschäfte. Der grüne Nationalratsabegordnete Peter Pilz ließ einen Kollegen und mich in seine Skandalakten Einsicht nehmen.

Ich kann Ihnen nur sagen: Musste sehr lachen bei der Recherche. Unglaublich, was das Wirtschaftsministerium alles treuherzig an Gegengeschäften durchgewunken hat. Und wohl dachte, dass es keinem auffällt.

Klopapier für Abfangjäger zum Beispiel. Oder, besonders super: Lebensberatung für Waffengeschäfte. Mein Liebling ist ja eine ausrangierte Fräsmaschine für das Bundesheer. Aber lesen Sie die Details doch bitte, indem Sie sich am Abend in der Wiener Kolportage oder ab morgen am Kiosk das neue Format kaufen. Falls es Sie interessiert natürlich nur. Und damit Sie als gelernte Österreicher jetzt nicht sofort in Richtung Mitschneiden denken: nein, ich bin an den Heftverkäufen nicht provisionsbeteiligt.

Heute vormittag übrigens: Traf mich im Café mit einem höchst respektablen und schätzenswerten Wirtschaftsmann für ein freundliches Hintergrundgeplauder. Weil er ein höflicher Mensch ist, wollte er mich auf meinen Kaffee und mein Kipferl einladen. Aber ich denke ja, es ist korrekt, sich als Journalist seine Konsumation in der Regel und von Ausnahmen abgesehen selbst zu bezahlen. Mein Gegenüber verstand das und sah es nicht als Zurückweisung. Ich nahm die Sache gar nicht ernst – ab und zu lasse ich mich ja, wenn es grade passt, eh durchaus einladen. Die paar Euro, um die es da jeweils geht, sind ja harmlos.

Aber jetzt Facebook, frage nicht: Mein Gesprächspartner postete die kleine Ankedote in bester Absicht und lobte mich für meine Korrektheit. Unglaublich, welche Reaktionen so etwas hervorruft: überkorrekt, übertrieben, altbacken, lächerlich und so weiter kommentiert die versammelte FB-Community. Auch Kollegenschaft ist dabei, die das Sich einladen lassen offensichtlich praktiziert. Wobei: viele klickten zum Posting auch auf „thumbs up“.

Also echt jetzt: grundsätzlich Gelassenheit, bitte! Irgendwie ist das alles eine Diskussion um des Kaisers Bart, es geht ja nicht um Milliarden-Korruption wie bei unseren flügellahmen Fliegern, sondern bloß um: Kaffee und Kipferl! Im konkreten Fall: 4,50 Euro.

Übrigens hatte ich nur einen 50er eingesteckt und bekam als Wechselgeld genau jene Münzen, die ich gleich danach für das U-Bahn-Ticket benötigte, was superpraktisch war. Sonst hätte ich glatt schwarzfahren müssen und das wäre dann wirklich nicht in Ordnung gewesen…

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