Büro der grünen Chefin

Bild: Pickl-Herk

Ich mach Ihnen mit dem iPhone ein Bild und das können Sie dann twittern, sagt ungefragt Reinhard Pickl-Herk, der die Pressearbeit für die grüne Parteisprecherin Eva Glawischnig erledigt.

So etwas nenne ich Service. Bei den Grünen machen sie ihren Kommunikationsjob wirklich professionell, das ist mir schon öfters aufgefallen. Auch wenn ich Bilder von mir eher nicht mag – und sie gar twittern erst recht nicht. Aber es gibt ja immerhin diesen Blog, also hab ich schon Verwendung für so etwas. Wenn´s denn sein muss.

An sich bin ich gar nicht gut im Fotografiert werden. Ich sehe mich einfach nicht gerne im Bild. Aber was soll es – lachte ich eben um ein Quäntchen weniger professionell und um Lichtjahre weniger telegen als Frau Glawischnig in Pickl-Herks iPhone-Linse. Das Interview war dann kurz, aber spannend. Sie können es im nächsten FORMAT lesen, das Donnerstag Abend in der Wiener Kolportage und ab Freitag dann landesweit am Kiosk erhältlich ist. 362 Seiten diesmal, Weihnachtsnummer halt. War in der kleinen Redaktion fast ein bissl ein Ritt über den Bodensee, das im Stress vor dem großen Feiern hinzukriegen.

Jedenfalls, lassen Sie mich hier kurz ein wenig drumherum erzählen: das Büro der grünen Chefin.

Sehr schön gestylt in Grau und Rot und Schwarz, mit viel Grün aus der Pflanzenwelt und natürlich dem typisch weiblichen Besprechungstisch aus Glas, Sie sehen ihn im Bild. Vanillekipferln, von denen ich keines gekostet habe. Wird über die Feiertage eh noch überbordend werden, das. Du könntest fast glauben, du sitzt im eleganten Arbeitsraum einer Konzernchefin. Kinderspielzeug am Boden, richtig sympathisch als Tupfer des Lebens in der komponierten Umgebung. Eine Vuvuzela als Deko. Gott sei Dank nichts von dem schrecklichen Weihnachts-Brimborium, das dir derzeit an jeder Ecke auflauert. (Sogar in der Redaktion haben wir einen Adventkranz, weiß der Teufel woher der sich zu uns geflüchtet hat.)

Wunderbarer Eckzimmerblick vom Löwelstraßen-Haus in Richtung Parlament, verwaschen weht die Fahne am Dach durch den Nebel über den Ring herüber, Pallas Athene grüßt. Die grüne Frontfrau ist übrigens trotz Vorweihnachtsstress entspannt und freundlich, zumindest lässt sie sich nichts Gegenteiliges anmerken. Selten nur ist die Atmosphäre beim Interview mit Politikern so locker und freundlich. Glawischnig sitzt vor Kunst auf Leder, erzählt sogar kurz und amüsiert vom Orgelspiel, zu dem man sie gerade bei irgendeinem Radio-Charity-Event vergattern wollte.

Den Kaffee schenkt sie mir persönlich ein, in Häferln und nicht in gestylten Illy- oder sonstigen Tassen. Ein minimaler Rest grünen Basis-Revoluzzertums, wohl genau kalkuliert, ist also vorhanden. Nationalratswahlen sind in einem knappen Jahr, vielleicht saß ich ja heute Vormittag einer künftigen Ministerin oder Vizekanzlerin gegenüber.

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