Schnee

Richtig, es hat ein wenig geschneit in den vergangenen Tagen, in Niederösterreich sogar ziemlich heftig.

Das ist praktisch für Wehrpflichtbefürworter. Da kann man als Bürgermeister seine Stadt nämlich schnell einmal untergangsgefährdet sehen. Der Schnee, der Hund, ist schließlich brandgefährlich, da muss man auf der Hut sein. In bebautem Gebiet rafft er die Menschen zu Tausendschaften dahin, das weiß jeder. Da muss ein Bürgermeister unbedingt etwas unternehmen, wenn einmal, so wie jetzt, gleich 20 oder 30 Zentimeter davon fallen.

Da braucht es das Bundesheer. Genauer gesagt, es braucht die Grundwehrdiener.

Wer sonst soll sich denn, bitteschön, in so einer existenzbedrohenden Krisensituation gegen das Böse stemmen? Schaufelfähige Gemeindebedienstete vielleicht? Bereit stehende Schneepflüge oder gar Streusalzvorräte? Ich bitte Sie. Ich meine: 30! Zentimeter! Die sind eine Bedrohung, der nicht einmal das Heer Herr werden könnte, gäbe es die Grundwehrdiener nicht.

Wenn die nicht anrücken, bleibt der Schnee liegen, das macht die Füße nass. Das wollen wir uns gar nicht vorstellen. Da ist man dann unten herum nämlich nicht mehr ganz trocken, daran zerbricht auch die gefestigtste Gesellschaft, da geht jedes Gemeinwohl verschütt.

In solchen Notsituationen braucht der Staatsbürger einfach das ganz große Glück, in einer Gemeinde mit ÖVP-Bürgermeister zu wohnen. Die rufen nämlich gerade tatsächlich reihenweise das Bundesheer zu Hilfe. Und laden publikumsträchtig gleich auch die Medien zum Fotografieren ein, wenn ein paar verduzte Grundwehrdiener händisch das bissl Schnee von den Straßen kratzen, das Räummaschinen und Salz übrig gelassen haben.

Dass das alles in Niederösterreich passiert (in Baden und Korneuburg zum Beispiel), wo ÖVP-Bundesparteichef Erwin Pröll die Wehrpflicht-Volksbefragung erfunden hat, ist sicher ein völlig unvorhersehbarer, total zufälliger Zufall.

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