Kollege M.

Jetzt aber mein Kollege M., der total kühle Hund!

In tiefer Ehrfurcht werde ich künftig dem FORMAT-Kulturredakteur begegnen, der ein paar Schreibtische weiter seinen Job erledigt. Denn für eine Story riskierte der Mann Leib und Leben. Die meisten in der Redaktion haben ihn zwar eh super unterstützt, seine Ressortleiterin und die Chefin des IT-Ressorts zum Beispiel durch aufmunternden Zuspruch sowie die Ausschaltung störender Einflüsse im Vorfeld. So erlegte Letztere etwa mir ein striktes Lästerverbot auf. Du sagst ab jetzt nix mehr, befahl Kollegin B.

Dabei wären da richtig viele verlockende Bonmots anzubringen gewesen. Ich meine: ein Kulturjournalist, der sich für eine Story zuerst in einen Schispringer-Anzug und dann tatsächlich auch über eine richtige Schanze haut. Aber schließlich war ich doch – und das begeistert – mit von der Partie der redaktionellen Unterstützer. Ich fuhr sogar letzten Freitag, als wir die Geschichte vormittags in der Redaktionssitzung beschlossen hatten, am abendlichen Heimweg nach Graz an der Schanze in Mürzzuschlag vorbei. Die baulichen Gegebenheiten vor Ort einmal begutachten und so weiter, eine kompetente Risikoanalyse erstellen. Was man halt so macht als hilfsbereiter fellow-Schreiber.

Montag Morgen ging ich dann zu M. und berichtete:

Kein Problem. Die Schanze ist zwar riesig, so von unten betrachtet, aber das Spital steht direkt neben dem Auslauf. Du bist also gut versorgt, es wird dir wenig Endgültiges passieren können.

Komischerweise hat das den an diesem Tag doch etwas grundnervösen M. irgendwie nicht recht beruhigt. Vielleicht muss ich ein bissl an meiner Wortwahl arbeiten.

Gestern zu Mittag zog M. dann jedenfalls los, um zu springen. Am Abend kam er lebend zurück in die Redaktion. Ich habe die Bilder gesehen – nun ja, wie soll ich sagen: Selbstverständlich alles sehr beeindruckend, nur wäre M. in Bezug auf Haltung doch noch Kandidat für ein bissl Training. Aber Sie sehen eh selbst (Bild: Prohaska). Auch die Weite, ließ ich mir berichten, soll nach professionellen Kriterien und internationalen Maßstäben noch nicht voll konkurrenzfähig gewesen sein. Das Podium bei der Vierschanzentournee hätte M. ziemlich sicher verpasst, um es höflich zu sagen.

Aber immerhin, er ist gesprungen. Er trug eine Helmkamera, aber das Video ist irgendwie nichts Gscheites geworden. Dafür können Sie des Kollegen komplette Story hier nachlesen, einfach klicken. Dort erfahren Sie auch, wie weit es hinunter gegangen ist, in den Auslauf der Wintersport-Metropole Mürzzuschlag.

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