Mein voll total supergeiler Job

Auch wenn aus mir selbst nix nachhaltig Honoriges geworden ist und ich mein Dasein als einfacher Redakteur friste, der tagtäglich Gleiches in gleicher Weise abhandelt, wie es auch um, sagen wir einmal, 15 Jahre jüngere Kollegen tun: Ab und zu findet man sich dann doch plötzlich im gehobenen, zum Beispiel einem universitären, Umfeld wieder.

Etwa ich, heute: Eine ehemalige berufliche Wegbegleiterin, die inzwischen in einer total schnicken und erfolgreichen PR-Agentur arbeitet, der größten des Landes, und die es mit links zur Lektorin am Publizistik-Institut der Universität Salzburg gebracht hat, schickte mir ein SMS.

Nur falls du gleich Schluckauf hast, ich werde jetzt deinen Brenner-Text im Seminar verlesen, ließ B. mich sinngemäß wissen.

Auch eine Möglichkeit, sich selbst als es geschafft habend zu betrachten: wenn ein journalistisches Produkt von dir seinen Weg in eine Publizistik-Lehrveranstaltung findet. Freut mich vor allem, weil es sich um gerade diesen einen Kommentar handelt, in dem ich schreiben wollte, wie der unglaublich klasse und von vielen geliebte Kriminalschriftsteller Wolf Haas es tut, was gar nicht so leicht ist. Umso erfreulicher, dass mir das scheinbar glatt ein bissl gelungen ist. Sollten Sie wissen wollen, worum es geht, dann klicken Sie einfach hierher (ich habe den Link eh schon einmal mit stolzgeschwelltester Brust gepostet). Meine Forderung nach Rücktritt hat der Salzburger Brenner damals noch am Abend des Erscheinungstages postwendend erfüllt, sehr brav.

Ich hoffe jedenfalls, liebe B., deine Studenten haben den Text nicht in der Luft zerrissen, mit all ihrem kommunikationswissenschaftlichen Know-how.

Falls Sie sich übrigens wegen des Einstiegssatzes in diesen Blogpost schrecken und glauben, ich wäre depressiv, weil ich in meinem Berufsleben nichts weitergebracht habe: Keine Angst, ist nicht so, sondern alles selbst gewählt.

Schließlich habe ich in der PR eh meine bescheidene Karriere hingelegt und es bis zum Chef gebracht. Aber nach gut 15 Jahren in der dem Journalismus nur halbverwandten Branche festgestellt, dass ich doch lieber nichts als schreiben will. Details hier, falls es Sie interessiert. Genau das mache ich jetzt, und einfacher Redakteur sein ohne jede Managementaufgabe ist: super. Ich recherchiere und schreibe den ganzen lieben langen Tag so vor mich hin, die großen unternehmerischen Sorgen haben andere, besser könnte es für mich gar nicht gelaufen sein.

Und wissen Sie was?

Heute am frühen Vormittag war ich bei einer Mittelschulklasse zu Gast, lauter 13Jährige, denen ich eine Stunde lang Sachen über das Leben eines Journalisten erzählen durfte. Sie haben mir Löcher in den Bauch gefragt. Waren lauter total liebe Kids, richtig krass im guten Sinn, ich hatte großen Spaß. Ich hab ihnen gesagt, dass mein Job einfach nur voll total supergeil ist. Das hat sie gefreut und mich auch.

Weil´s eben genau so ist.

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