Heinichen

Schon wieder.

Fast wird das ja zur Tradition, mit dem deutschen Krimiautor Veit Heinichen, der seinen Wohnsitz im formidablen Triest hat, in den ersten Monaten eines Jahres ein Gespräch zu führen.

Im Jänner 2012 für mein Radio-Feature über die Stadt Triest und ihren Stadtschreiber, und gerade eben erst zum Thema „Politik in Italien“. Heinichen ist nämlich nicht einfach nur Krimiautor, sondern legt seinen Job auf höchst politische Weise an – und mischt sich ein, wo immer er sich kompetent und berufen fühlt. Was liegt näher, als so einen nach dieser italienischen Parlamentswahl um seine Meinung zu bitten.

Zwei Wochen lang telefonierte ich Heinichen erfolglos nach – er war auf Urlaub in Übersee, und da lässt der vielbeschäftigte Mann dann sein Handy ganz gerne einfach ausgeschaltet. Ich hinterließ diverse Nachrichten in der Mailbox. Dann meldete er sich und
siehe da, ein Graz-Aufenthalt zwecks Lesung in der Arbeiterkammer passte gut. Wir trafen uns letzten Freitag im stylishen Hotel Wiesler und sprachen eine gute Stunde lang über Italien. Wie ich schon wusste, ist Heinichen ja keiner, der mit klaren Ansagen hinter den Berg hält – ideal für ein Interview.

Bloß war inzwischen auch ein Kollege vom Kurier auf meine Idee gekommen. Das Interview führte er zwar einen Tag nach mir in Wien, aber eine Tageszeitung ist halt gegenüber einem Wochenmagazin ein bissl privilegiert, was Flexibilität und Erscheinungstermin anlangt. Ich habe die Seite 8 im gestrigen Kurier jedenfalls sehr aufmerksam studiert, mit dem Mitschnitt meines eigenen Interviews verglichen und festgestellt: Trotz ein paar Doubletten gibt´s viel, was der Kollege auf der Strecke ließ. Soeben wurde ich mit dem Text fertig – und wenn Heinichen die schlagkräftigsten Sager nicht noch wegautorisiert, können Sie sich auf einen spannenden Beitrag demnächst freuen.

Fotograf M. hatte im super designten Hotel Wiesler seinen Spaß (danke für die Geduld, liebe Rezeptionistin, und für das großzügige Zurverfügungstellen eines coolen Zimmers). Wie üblich zückte ich das iPhone für ein bescheidenes Making of. Sie sehen das Bild nebenan. Nur eine Frage habe ich jetzt an das Hotel: Warum, um Himmels willen, stattet ihr zumindest eines eurer Zimmer allen Ernstes standardmäßig mit einem Feldstecher aus (man sieht ihn am Foto rechts neben der Badewanne in seiner Halterung an der Wand)? Das würde mich wirklich interessieren. Vielleicht ein Sonderservice für Spanner? Warum nicht, es handelt sich ja immerhin um ein Fünfsternehaus, da serviciert man ja alle mit allem. Oder doch nur Dienstleistung für Sportbegeisterte, die den Stil der Surfer auf der Mur-Terminatorwelle, welche direkt gegenüber ganz schön wild wirbelt, aus der Nähe begutachten wollen?

Jedenfalls inspirierte mich das Gespräch mit Veit Heinichen und ich weiß, was ich zu Ostern machen werde: nach Triest fahren.

Wieder einmal.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s