Song zum Tag

Lassen Sie mich heute an dieser Stelle einmal Dienstleister sein.

Ich befürchte ja, unsere rotweißroten Azubis werden sich heute Abend im Dubliner Aviva-Stadium schwer tun – wie immer halt, wenn ihnen Fußballer gegenüberstehen, die den Fähigkeiten von Kleinkindern entwachsen sind. Kurz, es könnte hässlich werden.

Ich las gestern erst irgendwo, dass sich diesmal ungewöhnlich viele heimische Fans in Richtung Auswärtsspiel in Bewegung gesetzt haben, um vor Ort präsent zu sein und dann wohl auch noch ein bissl Urlaub auf der schönen grünen Insel anzuhängen. Daran ist natürlich nichts auszusetzen, im Gegenteil.

Bloß: Was sollen wir mit denen tun, wenn es heute Abend wirklich schief geht? Rennen die dann alle mit einem Gesicht wie schlimmstes irisches Regenwetter herum (und glauben Sie mir, irisches Regenwetter kann ziemlich schlimm sein)? Man muss sie rechtzeitig vorbereiten auf das, was kommen könnte. Daher hier mein Angebot:

Der Text des irischen Trad-Songs „The fields of Athenry“.

Den singen die Iren nämlich immer im Fußballstadion, wenn sie eine paniert bekommen. Das passiert ihnen ziemlich oft – zwar nicht ganz sooft, wie den Österreichern, aber immerhin – und sie sind geübt im Verlieren. Ein Stadion, in dem 50.000 Iren oder mehr zu einem einzigen werden, der Fields of Athenry singt – das macht Gänsehaut. Schafft Zusammengehörigkeitsgefühl und lässt selbst die schlimmsten Niederlagen nur halb so dramatisch auf die Seele der zur ballesterischen Bedeutungslosigkeit gerpügelten Fans einwirken. Erinnern Sie sich etwa nur an diese beeindruckenden Momente, als bei der letzten Europameisterschaft beim Stand von 0:4 gegen Spanien eine Viertelstunde vor Schluss der unvergleichliche Gesang der irischen Anhänger losging – mittlerweile ein YouTube-Klassiker.

Nun sind die Österreicher, so sie diesen Blopost lesen, mit dem Text versorgt und können das auch. Und falls der gemeinschaftliche Gesang nicht reichen sollte, gibt es vor Ort ja auch noch die Verzweiflungsverarbeitungsmethoden „Guinness“ und „Jameson“.

Ich empfehle zu diesem Zwecke zum Beispiel das „Dakota“ in der William Street, in dem sich Dublins Junge und Schöne immer ziemlich gnadenlos durch die Nacht saufen. Und wo sich das finstere Guinness sowie der honigbraune Jameson wie zartbitterer Saft sanft an den Gaumen schmiegen. Da vergisst man Niederlagen immer ganz leicht.

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