Truppenübungsplatzerl

Ja, so etwas nenne ich ein Büro.

Der neue Verteidigungsminister residiert in der Wiener Rossauer Kaserne auf gefühlten 2.000 Quadratmetern. Ich übertreibe jetzt selbstverständlich schamlos. In Wahrheit ist Gerald Klugs Arbeitsraum natürlich nicht so üppig bemessen – mehr als zwei-, vielleicht dreihundert Quadratmeter hat das enge Kammerl nicht. Sie können sich aber ohnehin selbst ihr Bild machen, das unten stehende Foto stammt von Fotograf Lukas Illgner (und ist urheberrechtlich schwer geschützt, also bitte keinesfalls copy&paste machen!), hinter seinem Standplatz geht es ungefähr fast noch einmal so groß weiter.

Bild: Lukas Illgner / FORMAT

Bei geradezu militärischer Strenge in der Ausstattung besticht der Raum durch beeindruckende Luftigkeit. Da könnte der Eurofighter drin starten, landen und eine Schleife ziehen. Die Einrichtung ist geradlinig und geschmackvoll, Ledersessel schwarz im Besucherflügel, Ledersessel weiß in einem zweiten, irgendwie wintergartenartig angelegten Besprechungsbereich. Ziemlich viel Licht. Und alles geometrisch angeordnet, wie mit dem Lineal über Raum und Zeit verteilt. Da weicht keine Sesselkante von einer imaginären Fluchtlinie ab, so perfekt ausgerichtet stehen nicht einmal die Gardesoldaten, wenn der amerikanische Präsident zu Besuch kommt. Lediglich jenes Trikot des Fußball-Nationalteams, das Klug von Kapitän Christian Fuchs bei der Verabschiedung zum Abflug nach Dublin überreicht bekam (man ist als Sportminister halt schon ein bissl Populist und verfügt sich nach Schwechat, wenn die Kicker abheben), hängt in lässig-lockerem Faltenwurf über der Lehne eines Besucherstuhls.

Und jetzt der Besprechungstisch!

Ich habe ja schon einige Ministerbüros gesehen, zum Beispiel verfügt Innenmini Johanna Mikl-Leitner wirklich über ein imposantes Ding, das den gesamten Raum ihres ohnehin großen Büros zwischen Schreibtisch und Eingangstüre verstellt. Aber dieses Monstrum hier! Was Gerald Klug in seinem Büro stehen hat, ist ein Truppenübungsplatz von einem Besprechungstisch, da kann eine Kampfeinheit in Kompaniestärke mühelos Platz nehmen, ohne sich wechselseitig die Gewehrläufe in die ungeschützten Flanken zu rammen.

Ganz stolz erzählte mir der neue Minister im Interview auch, dass er hier gleich an seinem ersten Arbeitstag alle Spitzenoffiziere des Bundesheeres zum einem ersten Rapport und Kennenlernen versammelt hat. Bei der ziemlich umfassend ausgestatteten Generalität unserer Armee (es gibt dort eher mehr Häuptlinge und eher weniger Indianer) müssen das wohl gut zwei, drei Dutzend Menschen gewesen sein. Bei dem vielen Raum, der im Ministerbüro vorhanden ist, haben die möglicherweise Funkgeräte und Feldstecher gebraucht, um sich unterhalten zu können.

Der neue Minister?

Sehr freundlich. Ein durchaus militärisch wirkender Mensch, militärischer jedenfalls, als Norbert Darabos es in seinem Auftreten war. Ruck und zuck und zickezack geht es da, kann ich mir irgendwie vorstellen. Wobei ich ein wenig geneigt bin, darüber nachzudenken, was davon Show sein könnte und was echt. Wie es hinter den Kulissen aussieht, weiß man eh nie. Der Grüne Peter Pilz, den ich um seine Meinung bat, hat übrigens seine ganz eigene, ziemlich witzige Theorie dazu. Ich verrate nur soviel: Es geht um Bruce Willis in Kombination mit Hansi Hinterseer.

Im Detail können Sie das alles im Porträt des neuen Verteidigungsmini im FORMAT nachlesen, das heute Abend in der Wiener Kolportage und morgen an den Kiosken dann landesweit erscheint.

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