Lobbyist

Nein, nicht was Sie jetzt vielleicht glauben. Ich habe keinen Lobbyisten beauftragt, um meine Anliegen (Weltfrieden, einen Aston Martin für mich, gratis-Wassermelonen für alle) voranzutreiben.

Aber ich erfülle mir gerade einen kleinen Alltagstraum. Die Sache ist nämlich die: Ich mag Hotellobbies. Ich bin da irgendwie voll Lobbyist.

Nicht die versifften, miniaturisierten Wartesäle der Wiener Dreistern-Frühstückspensionen, die sich in Verkennung aller Tatsachen großzügig „Hotel“ nennen. Schon eher die großen, schönen, bequemen quasi-Wohnzimmer der feinen Häuser des Kontinents, oder besser noch der Welt. Immer schon dachte ich mir: Wenn ich nächstens wieder einmal irgendwo bin und Zeit habe, setze ich mich in die Lobby und schreibe von dort einen Blogpost.

Aber dann war es so, dass ich einerseits
jüngst nicht viel herumkam und andererseits wenn doch jeweils kaum Luft hatte. Diesmal, wusste ich jedoch schon beim Wegfliegen letzten Freitag, könnte es gut aussehen, weil: Dienstag kein Programm, Abfahrt vom Hotel zum Airport erst um 14:30 Uhr, also nach dem Frühstück wunderbar Zeit.

Daher nun: Kempinski Báhia, Estepona, halbwegs in der Mitte zwischen Malaga und Gibraltar, ein wirklich feines Hotel mit einer richtig tollen Lobby. Wie für mich gemacht.

Zwar tun mir Arme und Finger noch weh vom vielen Golfplatztesten der vergangenen Tage, aber vor mir ein Cappuccino und das blaue Meer mit Afrika am Horizont, über mir sphärische Musik. Neben mir Kollege T. vom famosen Magazin „Perfect Eagle“, der ein bissl flucht, weil sich sein MacBook dauernd aus dem Wlan ausklinkt. Und ich, vor mich hin schreibend. So lässt es sich leben, hotellobbymäßig. Fehlst mir gar nicht, Österreich, nur ungern fliege ich heute Abend zurück. Immerhin, Anfang Mai geht´s dann eh gleich wieder weg – und zwar dorthin, where my heart lies nearest, also the emerald Isle. Liebes gutes altes Irland, Lough Erin Shore, ich bin´s und komme wieder einmal an deine Gestade…

Was aber könnte ich Ihnen aus dem Kempinsiki Báhia über den Trip hierher an die Costa del Sol erzählen?

Erstens einmal über Ex-Profigolfer Tobias Dier. Früher auf der European Tour verstand der sich ziemlich gut mit unserem Markus Brier – und ist auch nach Jahren noch vorsichtig konsterniert, denn (Schnurre jetzt):

Bei einer Proberunde, erzählte Dier uns vorgestern entgeistert, habe Maudi ihm für einen kniffligen Teeshot empfohlen, als Werkzeug doch den „gschupften Driver zu verwenden. Natürlich wusste der deutsche Golfer damit wenig anzufangen, für Zwischenwelten hast du als korrekter Germane halt einfach kein Sensorium verfügbar, da musst du schon schlamperter Österreicher sein. Ich hätte Dier die Ausführung eines „gschupften“ Drives ja gerne auf dem Platz demonstriert, aber auf die Frage der Kollegen und mir, ob er am nächsten Tag mit uns golfen werde, sagte er nur: Bin ich wahnsinnig?

Wir hatten beim Abendessen gestern viele interessante Gespräche, auch mit Kempinski-Direktor Rüdiger Hollweg, ein guter Mann, und Golfreisen-Branchenaufroller Ergül Altinova (rechts im Bild, links von ihm Tobias Dier). Altinova und Hollweg haben ein formidables Luxus-Paket geschnürt, bei dem Sie an der Costa del Sol aufteen können, wo Sie normalerweise nicht aufteen dürfen, weil die Clubs Sie einfach nicht reinlassen. Ich sage nur: Valderrama. Sotogrande. La Riserva. Sie werden das in einer der nächsten Golfrevue-Ausgaben im Detail nachlesen können. Buchen können Sie das bei Altinovas feiner Firma „golf.extra„.

Wissen Sie was? Ich verrate Ihnen den genauen Termin einfach aus der nächsten Hotellobby. Zweite Maiwoche, Rosapenna-Resort an Irlands wunderbarer Nordwestküste. Dort will ich Linksgolf spielen ohne Ende. Und weil auf den bockhharten, naturbelassenen Plätzen irischer Links die Bälle ja zumeist endlos bis in wildeste Roughs ausrollen, dürfte vermutlich der gschupfte Drive vermehrt zum Einsatz kommen.

Der Vorsicht halber.

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