Lehrer

Im aktuellen FORMAT schrieb ich in unserer Rubrik „Meinung der Redaktion“ einen Kommentar zur Betonierermentalität der Lehrergewerkschaft.

Unverantwortlich aus meiner Sicht etwa, wie sich diese völlig weltfremde Standesvertretung dagegen sperrt, dass Österreichs Kinder und Jugendliche in den Genuss eines zeitgemäßen, offenen und effizienten Schulsystems kommen – und damit auch wieder einer ordentlichen Bildung und Ausbildung. Also die Chance auf einen fairen Start ins Erwachsenenleben erhalten.

Und alles nur, weil die Vertreter der etablierten Lehrer deren viele, viele Privilegien sowie die angesichts der oft beschämenden Leistung unverdient gute Bezahlung nicht aufgeben wollen.

Es gebe zwar viele junge, engagierte und gute Pädagogen an Österreichs Schulen, schrieb ich sinngemäß in dem Kommentar, die von den Blockierern Neugebauer und Kimberger jedoch daran gehindert würden, ordentlich zu arbeiten. Die beiden Gewerkschafter seien dafür verantwortlich, dass Lehrer inzwischen in der Öffentlichkeit ein derart schlechtes Image haben.

Und irgendwann, folgerte ich, wenn
den Jungen und Engagierten vom indiskutabel miserablen Schulbetrieb jedes Engagement und jeder Wille genommen seien, würden sie auch so wie die alten Lehrer: ausgebrannt, frustriert, kritikunfähig, zornig und nur mehr auf die Wahrung eigener Vorteile bedacht. Einige sogar richtiggehend faul und bloß noch auf Ausnützung des Sozialsystems aus. Genau so einen Lehrer habe ich übrigens in meinem Bekanntenkreis. Aber nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich kenne auch unglaublich engagierte und gute Lehrer, die höchstes Lob, jede nur denkbare Unterstützung und auf jeden Fall viel mehr Geld verdienen, als der Staat ihnen derzeit als Gehalt zahlt.

Jedenfalls: Noch am Tag des FORMAT-Erscheinens erhielt ich als Leserbrief ein böses eMail eines Schuldirektors. Es enthielt die ganze übliche Litanei – wie toll die Lehrer doch alle seien, wie ungerecht die Welt sie behandle und was sie in Wahrheit nicht alles leisteten, das die Öffentlichkeit nicht anerkenne. Tenor: Wir sind unglaublich super, alle anderen sind ziemliche Deppen. Egal, ich will das alles hier gar nicht wiederholen, ist eh immer dasselbe. Man muss nur Kimberger oder Neugebauer bei einem TV-Interview zuhören, dann kennt man es.

Das wirklich Schlimme an dem Mail jedoch: Der selbstgefällige Leserbriefschreiber, der sich selbst in höchsten Tönen lobt, verfügt über eine eigene Website. Dieser entnehme ich, dass er das Lehramt in Deutsch erworben hat und dieses Fach auch unterrichten darf.

Aber sein Mail strotzt nur so vor Fehlern, der Mann befindet sich sogar mit der Groß- und Kleinschreibung auf Kriegsfuß. 16 schwere Rechtschreibfehler und einige Beistrichfehler zähle ich in dem rund 250 Wörter langen Text. Wäre das eine Deutsch-Schularbeit: ein glattes „Nicht Genügend“.

Dass der Mann behauptet, vor einigen Jahren „zum besten Lehrer Österreichs“ gewählt worden zu sein, scheint mir der endgültige Beweis: Mit unserem Schulsystem steht es nicht zum Allerbesten und die Lehrer müssen endlich dazu gebracht werden, einen ordentlichen Ganztagesjob abzuliefern. Selbstverständlich erst, nachdem ihnen der Staat ein passendes Arbeitsumfeld zur Verfügung gestellt hat – und sie gerecht entlohnt, also: die sehr guten Lehrer sehr gut, die guten Lehrer gut.

Und die schlechten Lehrer – egal, wozu auch immer sie gewählt werden – gehören umstandslos in einen anderen Job oder in die Pension entsorgt. Jedenfalls dorthin, wo sie unserer Jugend nicht mehr gefährlich werden können.

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