Jetzt Terror

Dreimal habe ich gestern die Kindercity-Eltern gebeten, mich doch endlich, endlich von der Mailing List zu streichen. Aber das spornt die allem Anschein nach nur an. Um 9:30 Uhr kam ich heute in die Redaktion, schaltete meinen Mac ein und sah – ein Mail der Kindercity-Eltern.

Jessas!

Zum Glück konnte ich´s nicht öffnen, weil ich zur Redsitzung musste. Ich vergass die Sache einfach wieder. Aber eine dreiviertel Stunde später dann, ich klickte Outlook an – und aus dem einen Mail waren bereits drei geworden. Alles immer im selben Stil: katastrophales Deutsch, verworrene Schilderung einer undurchsichtigen Sachlage und außerdem sind sie inzwischen dazu übergegangen, mich unverhohlen zu beschimpfen, weil ich im FORMAT nichts über sie schreibe.

Ich mailte zurück und
bat neuerlich, diesmal schon ein wenig ungehalten, um sofortige Einstellung des Bombardements.

Aber allem Anschein nach geht das nun erst richtig los. Ich weiß einfach nicht, warum die sich ausgerechnet mich ausgesucht haben – es gäbe doch so viele Boulevard-Medien, die sich einem Kindergarten-Thema sicher mit aller gebotenen Liebe und dem denkbar größten Engagement widmen würden. Aber nein, sie terrorisieren mich.

Schon bald darauf erreichte mich jedenfalls eine Nachricht des Social Networks „LinkedIn“. Ich bin dort Mitglied, weil ich einmal für eine Geschichte über diese Plattform was recherchieren musste, danach habe ich sie nie mehr benutzt.

Aber diese Eltern! Ganz offensichtlich verfolgen sie mich – und fanden mich dort. Warum sie ernsthaft annehmen, dass ich mich über LinkedIn mit ihnen befreunden will, ist mir ein Rätsel. Inzwischen machen sich auch schon vereinzelt Redaktionskollegen, die dieses Blog konsumieren, über mich lustig. M. aus der Kultur zum Beispiel leitete die Einladung zur Präsentation eines Buches mit dem Titel „Kindergarten“ an mich weiter, nicht ohne folgenden Kommentar:

Was für dich? Hahahahah.

Über ein paar Schreibtische hinweg sah ich ihn schäbig grinsen. Noch. Denn ich werde nun meine Strategie ändern und den Kindercity-Eltern mailen, dass wir jetzt doch gerne über ihr Anliegen berichten – jedoch nicht ich zuständig bin, sondern der Kollege M.

Teuflisch, oder? Der wird sich wundern.

Und ich habe entlich meine Ruhe. Hoffentlich nicht nur in der Mailbox, sondern auch auf LinkedIn, Xing, Twitter, Facebook und so weiter.

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