Plan B

Wo hatte ich nur meinen Kopf?

Sicher, die Trauer ist überwältigend, wenn man Irland nach zehn schönen Tagen wieder verlassen muss, zumindest bei mir. Und sicher, man ist geistig noch nicht so richtig fit, wenn man um 04:00 Uhr in der Früh aufstehen, bei Nacht und Nebel zum Flughafen fahren, dort die ganze übliche Prozedur über sich ergehen und dann auf das Boarding warten muss.

Aber Entschuldigung dafür, dass ich nach dem Security Check am Dubliner Airport einfach vergessen habe, mein MacBook und meinen Kindle wieder einzupacken, ist das keine.

Doch folgendes:

Der Dublin Airport ist richtig fix, total gut aufgestellt. Im Internet gibt es eine Liste der „Lost Properties“, die gefunden wurden, wann und wo genau. Man kann dann anrufen, den Gegenstand nennen, ihn glaubhaft beschreiben und schon bekommt er eine „Reference Number“ und ist fortan seinem erleichterten Eigentümer in der Ferne zugeordnet. So geschehen in meinem Fall. Bereits am übernächsten Tag fand ich MacBook und Kindle in der Liste, hinterließ meine Nachricht auf Band (nein, mit einem richtigen Menschen direkt sprechen kann man auch am Dubliner Flughafen nicht), wurde innerhalb einer Stunde zurückgerufen und alles war gecheckt.

Besser gesagt:
fast.

Denn bei aller Servicequalität und Freundlichkeit – Versandservice haben sie am Airport in Dublin nicht. Sie sagten, ich solle einfach vorbei kommen und das Zeugs abholen. Das ist natürlich für Flugpassagiere, die nach dem Einchecken am Weg nach weiß Gott wohin in die Welt etwas vergessen haben, nur eine fast so gute Lösung.

Aber ich bin doch schon wieder in Österreich, sagte ich auf die Aufforderung, formlos aufzukreuzen und halt einen Ausweis mitzubringen.

Der freundliche Flughafenmann riet mir, in diesem Fall einfach DHL oder TNT zu beauftragen, anderen Paketfirmen gebe man gefundene Gegenstände nämlich grundsätzlich nicht mit. In diesem Moment wusste ich, das wird nun doch noch kompliziert. Und tatsächlich, denn Anruf bei DHL:

Was, etwas für Sie im Ausland abholen, verpacken und nach Österreich schicken? So etwas machen wir nicht.

Sagte die Dame in der österreichischen DHL-Servicestelle. Und fügte dienstbeflissen hinzu:

Rufen Sie bei DHL in Irland an.

Bei DHL in Irland hat man mich, zumindest hatte ich ein wenig dieses Gefühl, eher ausgelacht als ernst genommen. Kurze und bündige Antwort, auch das nicht unfreundlich:

Sorry Sir, we can´t provide you with any service of that kind.

Ich rief noch einmal im Lost Property Office des Flughafens an, um im Voicemail die Bitte um eine Ausnahmeregelung zu hinterlassen, dass man mir die zwei Sachen halt in Gottes Namen diesmal doch nach Österreich nachschickt, natürlich eh alles auf meine Kosten, versteht sich. Und wieder, Rückruf binnen 30 Minuten, die sind echt teuflisch schnell dort. Allein:

Sorry Sir, we can´t provide you with any service of that kind. You have to organize this by yourself.

Aber freundlich waren sie schon wieder, wirklich ergreifend! Ich kann ihnen einfach nicht böse sein, immerhin haben sie ja mein MacBook völlig unbürokratisch gefunden und heben es gemeinsam mit dem Kindle für mich auf, bis ich es zu ihnen geschafft habe.

Jedoch, hm.

Zufällig sind gerade Bekannte von mir in Irland, ich werde sie um Assistance bitten. Schaunmaamal, ob das klappt. Und wenn nicht, liebe Textblog-Leser, habe ich schon einen Plan B entwickelt: Ich setze mich in diesem Fall einfach nächsten Donnerstag ins Flugzeug, fliege hin, hole das Zeugs, verbringe einen Abend in Saus und Braus mit Ceoil und Guinness in Dublin und fliege am Freitag in der Früh wieder nach Österreich zurück. Und ich verspreche Ihnen für diesen Fall hoch und heilig, dass ich noch in der Maschine, irgendwo über Liverpool, Amsterdam, Düsseldorf oder sonst wo, einen Textblog-Post dazu verfassen und ihn online stellen werde, sobald ich am Wiener Flughafen wieder Wlan-Zugriff habe.

Außer natürlich, mir passiert beim Security Check das alles noch ein zweites Mal. Denn auch dieser Flug geht dann wieder um 7:30 am Morgen, also Aufstehen um vier. Und übrigens, ich war diesmal wirklich ein bissl hinüber. Denn soeben erhielt ich ein Mail von der Inchydoney Island Lodge. Sie fragen an, ob ich vielleicht das rote Nike-Shirt vergessen habe, das sie auf meinem Zimmer gefunden haben.

Wenn das so weiter geht und ich vielleicht noch ein paar andere Dinge einsammeln muss, die ich versehentlich ausgestreut habe, werde ich mit hin-zurück an DO und FR wohl nicht ganz auskommen…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s