Ende des Aufschwungs

Ein wenig ist es ja eine hohe Kunst, aus dem, was die Betroffenen von sich geben, und aus dem, was die Medien darüber schreiben, auf tatsächliche Sachverhalte zu schließen.

Ich traue mich zu behaupten: In Sachen Politik habe ich das inzwischen zumindest halbwegs gut drauf. Ich habe zum Beispiel ein ungefähres Bild im Kopf, welche ÖVP-Postenbesetzungen in den kommenden Tagen und Wochen stattfinden könnten. Sie können´s im FORMAT vom Freitag nachlesen und dann in der Folge an der Realität überprüfen.

Ahnungslos bin ich hingegen beim Fußball. Aber ich fürchte:
Wir werden Marcel Koller als Teamchef verlieren. Der Mann hat möglicherweise seinen Vertrag als künftiger Schweizer Nationaltrainer bereits unterschrieben – oder die Unterschriftsleistung zumindest unumstößlich fest vor.

Nach allem, was so durchsickert, was er sagt und wie die Medien darüber schreiben, halte ich folgenden Sachverhalt für bereits gebongt: Marcel Koller wird Schweizer Teamchef. Die Bestellung von Andreas Herzog zu seinem Nachfolger in Österreich ist beschlossene Sache.

Keine gute Nachricht für unseren Fußball.

Natürlich hätten sich die meiner Ansicht nach nicht so rasend innovativen und beweglichen ÖFB-Funktionäre ernsthaft um Koller bemühen und ihm auch ein internationalen Gepflogenheiten entsprechendes Salär anbieten können. Selbstverständlich hätte man bei Jupp Heynckes, Huub Stevens oder auch Franco Foda, nur zum Beispiel, zumindest anfragen können. Aber dann hätte womöglich Herzog wieder ein paar Jahre warten müssen, das Liebkind jener Wiener Verhaberten-Partie aus Funktionären, Sportjournalisten und Einflüsterern, welche bereits die nachhaltig erfolgreichen Hans Krankl und Didi Constantini ins Amt gehievt haben. Und das darf natürlich nicht sein.

Ich wage eine weitere Prognose: Weil es nach Kollers Abgang mit Internationalität, Modernität, Objektivität und Durchlüftung im heimischen Fußball bald wieder vorbei sein wird, dürfte auch der Aufschwung schon bald Geschichte sein. Man wird im Nationalteam wieder in Seilschaften denken, nicht in Erfolgspotenzialen. Statt diese zu realisieren wird man sich wieder durchlavieren wollen.

Aber vielleicht irre ich mich ja, Koller bleibt und wir spielen weiter guten Fußball. Glaube ich allerdings nicht.

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