Vom unerfüllten Sexleben

Lassen Sie mich doch bitte nach der kleinen, vielwöchigen Kunstpause beim Lästern über miserable Texte an dieser Stelle wieder einmal so richtig hinlangen, danke. Ich fasse mich eh einigermaßen kurz:

Schon schrullig ein Pressetext der Agentur „Robin Consult“, den ich heute zugeschickt erhielt: Sein Titel ist außergewöhnlich, so etwas habe ich, wiewohl ich dem inhaltlich zustimme, als Titel einer Presseaussendung eigentlich noch nie gesehen.

Also, der Titel lautet:
„Es gibt zu viele Weicheier“.

Echt schräg. Oder besser gesagt: schlecht schräg. (Sie merken, wenn man zu viele miserable Texte liest, steckt das an.) Jedenfalls ungewöhnlich. Ich würde in einer Presseaussendung lieber nicht so titeln. Aber vielleicht stört mich das ja auch nur, weil ich womöglich eines der zu vielen Weicheier bin.

Doch mein absoluter Liebling der Woche, was missglückte Formulierungen anlangt, ist dieser eine Satz, den ich soeben auf orf.at las: „Ein unerfülltes Sexleben kann tödlich enden“, schreibt ein mir unbekannter Kollege aus der ORF-Onlineredaktion. Was heißt hier kann? Es endet sogar mit Sicherheit tödlich. Es endet nämlich jedes Leben tödlich, irgendwann. Das ist halt so, da hat entweder Gott ziemlich gepfuscht oder die Evolution schlecht gearbeitet. Damit müssen wir leben – eben so lange, bis die Sache tödlich endet.

Ich selbst habe vor einer Woche übrigens auch ordentlich daneben gehaut, was eh ganz schön peinlich war:

Im FORMAT schrieb ich im Interview mit dem Kärntner Landeshauptmann von einer Rot-Grün-Stronach-Koalition, die in Klagenfurt regiere. Bullshit natürlich. In Kärnten setzt sich die Regierungskoalition selbstverständlich aus SPÖ, ÖVP und Grünen zusammen. Asche auf mein Haupt. Damit das klar ist.

Prompt beschwerte sich eine Leserin per eMail, schimpfte mich inkompetent, was in diesem Fall wirklich verständlich ist. Obwohl ich, das müssen Sie mir glauben, die richtige Regierungskonstellation sehr wohl eh weiß, keine Ahnung, wie dieser Fehler sich einschleichen konnte. Auch der Pressesprecher des Landeshauptmannes schickte einige Tage nach Erscheinen (es gab im Süden wohl eine kleine Schrecksekunde) ein Mail, was allerdings ein wenig originell war, weil er das Interview vor Drucklegung gelesen und immerhin ohne Änderungswunsch autorisiert hatte.

Ich entschuldige mich natürlich, liebe Textblog-Leser, falls Sie das damals auch gelesen und sich gewundert oder geärgert haben. Werde in Zukunft sorgfältiger sein, versprochen!

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