Reinhard Todt war hier

Heute möchte ich in aller Form eine Lanze für Reinhard Todt brechen. Ich weiß, den kennen Sie nicht, was eine rechte Schande ist. Denn Reinhard Todt ist einer der höchsten Repräsentanten unseres Landes. Er ist der Präsident des österreichischen Bundesrates. Rein protokollarisch kommt er als solcher in der Wichtigkeit gleich nach dem Bundespräsidenten, der Nationalratspräsidentin und dem Bundeskanzler. Er ist also die Nummer 4 im Land.

Daher ist es aber wirklich auch schon so etwas von total in Ordnung, dass wir ihn, zweifellos einen unserer Edelsten, als Vertreter Österreichs nach Johannesburg zum Begräbnis Nelson Mandelas geschickt haben. Immerhin werden dort 70 amtierende Staatschefs und zehn ehemalige Staatschefs anwesend sein, höre ich. Barack Obama zum Beispiel, Francois Hollande, Bill Clinton und so weiter. Da muss selbstverständlich auch unser Land mit einer gewichtigen Persönlichkeit vertreten sein.

Jetzt ist es halt leider unglücklicherweise so, dass
der Bundespräsident ausgerechnet im Moment keine Zeit hat, der muss wichtige Amtshandlungen vornehmen, wahrscheinlich Schulklassen in der Hofnurg empfangen und so. Und dass der Bundeskanzler und der Außenminister ihre Koalitionsverhandlungen nicht unterbrechen wollen, weil sie – wie jeder sehen kann – grad einen voll super Lauf haben, muss man verstehen. Verhandlungen werden in Österreich, eben weil wir Demokratie und Politik so ernst nehmen und hoch schätzen, nur unterbrochen, wenn etwas wirklich Wichtiges passiert. So wie damals, als die Regierung gerade das Sparpaket verhandelte und Gewerkschafter Fritz Neugebauer auf Skiurlaub ging. Da musste man natürlich eine Woche pausieren.

Aber wenn einer der Größten der Welt und wahrscheinlich aller Zeiten von uns gegangen ist? Ich bitte Sie.

Außerdem wie gesagt, wir schicken ohnehin Reinhard Todt. Blöderweise musste der vor seinem Abflug noch schnell einen marokkanischen Diplomaten treffen und konnte daher das richtige Flugzeug leider nicht mehr kriegen. Er wird zu spät zu den Begräbnisfeierlichkeiten in Joburg eintreffen. Aber ach, man muss halt Prioritäten setzen.

Screenshot Facebook / Bild Reinhard Todt

Todt ist jedenfalls ein erfahrener Auslandsreisender, wie ich seinen Facebook-Postings entnehme, und wird Österreichs traditionelle Grandezza im fernen Südafrika sicher sehr gut abarbeiten. Man muss sich wirklich keine Sorgen machen, dass er, der in seinem Hauptberuf Wiener Gemeinderat und damit automatisch ein echter Kosmopolit ist, vielleicht ein wenig aus dem diplomatischen Rahmen fallen könnte. Ein Weltbürger wie Todt macht überall einen schlanken Fuß. Man muss da nur auf seiner Facebook-Seite, zu der ich Ihnen hier gerne den Link weitergebe, Nachschau halten: Todt postet viel und gerne von unterwegs. Und immer sind es total geschmackvolle Schnappschüsse, die der Herr Bundesratspräsident online stellt. Von einem besonders stilsicheren habe ich einen Screenshot gemacht, sie können ihn oben sehen.

Und Sie merken schon: Dieser Mann wird unser Land würdig vertreten. Es wird viele Ahs und Ohs geben, wenn es in Johannesburg schon bald heißt: Reinhard Todt was here!

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