Ich gegen Google, Fortsetzung

Nicht dass Sie glauben, die Sache mit Google (klicken Sie hierher, dann kennen Sie sich aus), hätte sich erledigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Das ist nicht die Art, wie Google mit seinen Kunden umgeht.

Aber ich war nicht untätig.

Zunächst schickte ich ein Kündigungsmail der Domain an die mit Google wohl freundschaftlich verbundene Provider-Firma „Go Daddy“. Die geben wenigstens eine eMail-Adresse an, an die man sich wenden kann. Ich erhielt promptest eine Antwort. Mann könne mir leider nicht helfen, wurde mir erwartungsgemäß beschieden, ich müsse mich direkt an Google wenden. Aber immerhin: Eine „Jill. A.“ vom Go-Daddy-Support-Team verriet mir eine Google-Mailadresse, an die ich mich wenden könne. Ein wesentlicher Fortschritt. Kurz darauf kam sogar ein weiteres Mail von Go Daddy – diesmal meldete sich ein „Bradley B.“, vom Support-Team auch er. Helfen konnte oder wollte mir zwar auch Bradley nicht, doch auch er versorgte mich mit derselben Mail-Adresse.

Na, wenn mir jetzt schon zwei Leute diese Adresse ans Herz legen, dachte ich, dann muss die sicher super sein, dort werden mir die Google-Leute gleich helfen, ich maile sie sofort an. Das tat ich frohen Mutes, denn ich wusste: Gleich wird alles gut.

Schon nach wenigen Minuten erhielt ich ein Mail zurück. Es kam von einer „Denise B.“ und raten Sie mal:
Selbstverständlich auch sie Mitglied eines Support Teams. Mich irritierte ziemlich, dass das Mail von Denise recht ähnlich aussah wie jenes von Bradley und auch im Wortlaut ziemlich vergleichbar klang.

Obwohl Bradley ja bei go Daddy im Support und Denise bei Google im Support arbeitet.

Hm. Ich zeige Ihnen am besten die beiden Screenshots – zuerst das Mail von Bradley und dann jenes von Denise. Was meinen Sie?

Weiterhelfen wollte mir natürlich auch Denise nicht. Aber wie Sie sehen, versorgte sie mich immerhin mit einem neuen Link und dem Versprechen, dass man sich dort wirklich um mein Anliegen kümmern werde. Ich klickte den Link an. Und kam zu einer Eingabemaske, in der ich auf einer Länge von 972 Zeichen mein Problem schildern konnte.

Jetzt sind 972 Zeichen für den inzwischen doch schon auf einigermaßen komplexe Dimensionen angewachsenen Beschwerdevorgang natürlich eine gewissen Herausforderung, und das auf Englisch. Aber hey, erstens bin ich studierter Qualitätsjournalist und kurze, knackige Texte zu verfassen ist für mich eine leichte Übung, wenn´s denn sein muss. Und auf Englisch kommuniziere ich sowieso with left. Ich füllte das Fenster aus und klickte auf „Submit“.

Wissen Sie was? Es dauerte exakt zwei Sekunden, bis ich eine sauber in Briefform formatierte Antwort bekam. Also bitte, ihr bei Google, wirklich! Ich bin auf keinen Fall Trottel genug, um nicht sofort zu schnallen: automatisiert.

Google durchsucht also Requests nach Reizwörtern, sucht dann aus einem Archiv eine hoffentlich passend vorformulierte Antwort heraus und verschickt sie. Super kundenfreundlich. Aber glauben Sie es oder auch nicht: Mich überraschte das überhaupt nicht mehr.

Im Brief – auch hier ein Screenshot, damit Sie nicht denken, ich sauge mir diesen Wahnsinn aus den Fingern – schrieb mir Google, ich solle mich doch einfach in mein Admin-Konto einloggen und dann könne ich meine Domain nach Lust und Laune verwalten. Dass der ursprüngliche Grund für das ganze Schlammassel jener ist, dass der zuständige Google-Server immer eine Fehlermeldung produziert, weil ich eben noch gar kein Admin Konto habe, und dass ich auch keines anlegen kann, weil ein anderer Google-Server ebenfalls eine Fehlermeldung produziert, wenn ich es versuche: Diese Information scheint dem Internet-Giganten irgendwie verloren gegangen zu sein.

Bin selbst erstaunt, wie ruhig ich noch bin. Denn mittlerweile betrachte ich mich als einer, der von Google nach allen Regeln der Kunst verspottet wird. Doch: Der vorformulierte Brief enthielt einen neuerlichen Link. Folgt man ihm, kommt man zu einer wieder anderen Eingabemaske. Natürlich habe ich auch diese ausgefüllt und warte jetzt, was weiter passiert.

Ich halte Sie auf dem Laufenden. Aber vielleicht sollte mir ohnehin dieses kleine Sätzlein am Ende der ersten Zeile des vorformulierten Briefes zu denken geben: „All domain registrations are final“.

Oh.

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